Doppelte Weichenstellung

Mittwoch 31. Mai 2017, 10:43

Nachwuchswissenschaftlerkonferenz eröffnet. Junge Forscher ostdeutscher Hochschulen treffen sich an der Hochschule Mittweida.

Fröhlich an der Hochschule Mittweida:
Junge Wissenschaftler ostdeutscher Hochschulen
für Angewandte Wissenschaften auf
den Stufen zum Erfolg

Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) - früher auch Fachhochschulen genannt - das ist und war schon immer gerade in den neuen Bundelsändern ganz selbstverständlich. Anwendungsnähe und Vielfalt kennzeichnen diese Forschung - das wird heute in Mittweida sichtbar.
Über 80 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit 48 Vorträgen und 31 wissenschaftlichen Postern treffen sich zur 18. Nachwuchswissenschaftlerkonferenz an der Hochschule unter der Schirmherrschaft von Dr. Eva-Maria Stange, der sächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst.

Sie erinnerte in ihrem Grußwort zur Eröffnung der Konferenz heute Vormittag daran, dass die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Osten schon immer forschende Hochschulen waren und auch schon immer in die Gesellschaft und die Wirtschaft der Region hineingewirkt haben. Diese letztere Aufgabe, die sogenannte „Third Mission“, sei aber in Ostdeutschland eine besondere Aufgabe. Es brauche den Transfer der kreativen Köpfe aus den Hochschulen in die Wirtschaft, die hier noch nicht so stark sei wie in den alten Bundesländern. In Mittweida sei die Konferenz mit ihrer thematischen Breite am richtigen Ort. 

Rektor Ludwig Hilmer freute sich, dass die Konferenz "im Jahr ihrer Volljährigkeit"  an seiner Hochschule stattfindet. Sie ist der wissenschaftliche Nachklang zu den Jubiläumsfeiern Anfang Mai, als die Hochschule ihren 150. Geburtstag feierte - und ein Vorklang auf 25 Jahre Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Sachsen, ein Jubiläum, das die fünf sächsischen HAW im Oktober feiern werden.

Nicht nur die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seien, so Hilmer, heute an einer Weichenstellung für ihre persönliche Karriere, sondern nach 25 Jahren HAW sei auch dieser forschungsstarke Hochschultyp an einer Weichenstellung für seine Zukunft.

Mitte zwanzig – das ist auch die Alterskategorie der über 80 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die heute im Laufe des Tages im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit der Hochschule ihre Forschungsprojekte vorstellen. Sie hatten sich zuvor mit ihren wissenschaftlichen Texten erfolgreich beworben. Der Aufruf richtete sich vor allem an Promovierende, aber auch an wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie herausragende Masterabsolventinnen und -absolventen, die planen, weiter in der Forschung tätig zu sein. Dem Call for Papers folgten viele Einreichungen aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. 58 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen entschieden in der Folgezeit mit ihren Gutachten in einem qualitätsgesicherten Verfahren (Peer-Review), welche Beiträge akzeptiert und als Vortrag bzw. Poster zugelassen wurden.

Das Ergebnis ist ein Programm, das die Stärke der ostdeutschen Forschungslandschaft widerspiegelt. Die jungen Wissenschaftler präsentieren in drei Sessions und neun Tagungsgruppen sich und ihre Projekte und diskutieren mit einem neugierigen Fachpublikum aus mehr als 200 jungen Kollegen, Professoren, Wissenschaftlern und Forschungspartnern.

Die Konferenz ist Plattform für viele Disziplinen anwendungsorientierter Forschung: In diesem Jahr sind Beiträge zu Biowissenschaften und deren Anwendung stark vertreten, aber auch Medien- und Sozialwissenschaften, Informationstechnologien, Laser- und Oberflächentechnologien sowie Automation und Mathematische Verfahren.

Prof. Dr. habil. Gerhard Thiem, Prorektor für Forschung und Entwicklung an der Hochschule Mittweida und Leiter der Tagung, sieht eine große Chance für die Teilnehmer: „Die NWK 18 bietet nicht nur die Gelegenheit, sich und sein Forschungsthema vor einem Fachpublikum zu präsentieren, sondern auch die Chance, die Weichen für weitere ‚Spuren‘ zu stellen.“ Eine solche Konferenz biete die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und neue Wege einzuschlagen.

Anreiz für die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist nicht nur die Teilnahme an der Konferenz und die Präsentation des eigenen Forschungsthemas, sondern auch die Veröffentlichung des Beitrags im Tagungsband sowie die Chance auf eine Auszeichnung.

Während die Referenten ihr Forschungsthema in jeweils 20 Minuten zur Diskussion stellen, müssen sich die Posterautoren kürzer fassen: Im „Poster-Flash“ am Vormittag hatte jeder nur sechzig Sekunden Zeit, sein Thema überzeugend zu „verkaufen“.

Der beste Beitrag je Wissenschaftsgebiet sowie die beste Posterpräsentation werden ausgezeichnet. Abschluss der wissenschaftlichen Konferenz ist am späten Nachmittag die Übergabe des NWK-Schlüssels. Das fast einen Meter lange Objekt wird an den Ausrichter der nächsten Nachwuchsforscherkonferenz, die Hochschule Anhalt (mit Standorten in Bernburg, Dessau und Köthen) übergeben.

Zum Tagungsprogramm: www.forschung.hs-mittweida.de/webs/nwk/tagungsprogramm.html

Der Tagungsband der 18. NWK ist 460 Seiten stark, erscheint unter der ISSN-Nummer 1437-7624 und steht nach der Konferenz zum Download zur Verfügung.

Von: Helmut Hammer