Fokus Forschung: ...MITTeinander preisverdächtig forschen!

Donnerstag 03. November 2016, 15:00

1. Tag der Forschung mit Vergabe des Wissenschaftspreises der Hochschule Mittweida

Der Prorektor für Forschung und Entwicklung,
Prof. Gerhard Thiem, eröffnet den
Tag der Forschung

Forschung an der Hochschule Mittweida ist anwendungsorientiert und vielfältig!
Diesem Motto wurde der Tag der Forschung am 26. Oktober 2016 einmal mehr gerecht. Mit diesem erstmalig durchgeführten Veranstaltungsformat wurde das Wissenschaftsjahr 2016/2017 durch den Prorektor für Forschung und Entwicklung Prof. Gerhard Thiem, eröffnet. Mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren der Einladung gefolgt und informierten sich im Gerhard-Neumann-Bau über Fördermöglichkeiten für Forschungsvorhaben und aktuelle Forschungsarbeiten an der Hochschule.

Der Prorektor für Forschung und Entwicklung, Prof. Gerhard Thiem, stellte in seiner Begrüßung die Forschungsleistungen der Hochschule Mittweida vor. Mit Drittmitteleinnahmen von 7,4 Mio. Euro in 99 laufenden Forschungsthemen, 51 Patenten und 67 Promovenden in kooperativen Verfahren behauptet sich die Hochschule Mittweida seit Jahren auf vorderen Plätzen im bundesweiten Vergleich.

Anschließend informierte Herr Ministerialrat Christoph Zimmer-Conrad (Referatsleiter Technologiepolitik/ Technologieförderung beim Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) über Fördermöglichkeiten im Rahmen der sächsischen Technologieförderung. Dabei erläuterte er die Kernaufgaben der sächsischen Innovations- und Technologiepolitik: Neben dem weiteren Ausbau der öffentlich finanzierten Forschung und der Unterstützung von Unternehmen bei Forschung und Entwicklung soll insbesondere der Technologietransfer intensiviert werden. Positiv hob er das InnoTeam „HIGHT“ hervor, in dem die Hochschule Mittweida zusammen mit der TU Chemnitz und vier Unternehmen an einer neuartigen Prozesskette zur Herstellung hochbelasteter metallischer Bauteile forscht.

Rüdiger Ressel, Fachgutachter der AiF Projekt GmbH informierte im nächsten Vortrag über das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“, ein Instrument zur Förderung von Forschung und Innovation auf Bundesebene. Er hob dabei hervor, dass 75% der Kooperationsprojekte mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchgeführt werden. In der anschließenden Diskussion wurde die Wirksamkeit des Instruments für Forschung und Verwertung diskutiert. 

Im dritten Teil des Programms standen die Forschungsgruppen der Hochschule Mittweida im Mittelpunkt. Zunächst stellte Florian Kaiser die Arbeitsgruppen bigM/FoSIL an der Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften vor, welche sich dem interdisziplinären Wissenstransfer durch die Anwendung etablierter bioinformatischer Methoden für forensische Fragestellungen im Problemfeld Massendaten verschrieben haben. Die Forschungsgruppe BigM bearbeitet dabei die Forschungsfelder strukturelle Bioinformatik, Computergestütztes Aptamerdesign, Molekulardynamische Simulationen von Aptameren, Systembiologische Simulationen zellulärer Prozesse, die Arbeitsgruppe Fosil Predictive Policing, Text Mining, 3D-Tatort & Tathergangsrekonstruktion, hypothesengetriebene, Simulationen & Modellierung sowie Resilienzforschung. Die Gruppen sind zwischenzeitlich auf 15 Nachwuchswissenschaftler angewachsen, 10 befinden sich in kooperativen Promotionsverfahren.

André Streek, Mitarbeiter des Laserinstituts Hochschule Mittweida referierte zu einer Hochgeschwindigkeits-Scantechnik für die Lasermikrobearbeitung, dem Polygonscanner. Dabei ging er auf die Entwicklung des Forschungsfelds mit den seit 2007 vorhandenen Hochleistungs-Monomode-Laserquellen sowie auf Anwendungsmöglichkeiten ein. Vor allem das Anwendungspotential der durch drei Hochschulpatente geschützten Forschungsleistungen beeindruckte das Auditorium.

Nach der Kaffeepause wurde es dann beim „Science Flash“ richtig spannend. Insgesamt 12 Bewerber um den Wissenschaftspreis der Hochschule Mittweida 2016 stellten sich der Herausforderung. Nach der schriftlichen Bewertung blieben ihnen je drei Minuten Zeit, um in einem Vortrag die Jury davon zu überzeugen, dass genau ihr Forschungsvorhaben den Preis verdient hat. Weitere zwei Minuten lang durfte das Publikum Fragen stellen. Alle Bewerber meisterten die Aufgabe mit Bravour und gut strukturierten Vorträgen. Die Themenpalette reichte dabei beispielsweise von Zelluntersuchungen  über Prozessentwicklungen für Iridiumschichten bis hin zur Untersuchung der Gründungsintention an der Hochschule Mittweida.  Alle eingereichten Themen können auf der Seite zum Wissenschaftspreis nachgelesen werden.

Die Jury hatte die Qual der Wahl und entschied sich am Ende dafür, den Preis, verbunden mit einem Scheck, sowie einen zweiten und zwei dritte Plätze zu vergeben. Über je einen dritten Preis freuten sich Alexander Eisold mit seinem Thema „Estrogenfreies Wasser mit molekularen Werkzeugen“ und Florian Kaiser mit den „Bausteinen des Lebens“. Den zweiten Platz belegte die Arbeitsgruppe Biotechnology um Prof. Röbbe Wünschiers mit der „Synergetischen Forschung zur Analyse und Optimierung biologischer Systeme“.

Der Wissenschaftspreis der Hochschule Mittweida 2016 wurde verliehen an die Arbeitsgruppe ‚Computational Intelligence‘ unter der Leitung von Prof. Thomas Villmann und den Beitrag „Sichere Klassifizierung von hochdimensionalen Daten und BigData mit adaptiven Modellen des maschinellen Lernens“.

Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern!

Wir wünschen uns, dass diese Veranstaltung zu einer schönen Tradition an der Hochschule wird, zu der sich auch zukünftig viele Interessenten finden.

Text: Matthias Baumgart, Annett Kober
Fotos: Helmut Hammer