Fokus Forschung: Hochwasserschutz in Indien

Montag 13. März 2017, 12:45

FloodEvac-Projekttreffen in Indiens Hauptstadt Delhi

Informationstafel zum Workshop

Das BMBF Drittmittelprojekt FloodEvac der Fakultät CB findet kooperativ zwischen indischen und deutschen Forschern statt und läuft seit ca. zwei Jahren als Teil des langfristigen Forschungsrahmenprogramms IGI-CSR, das die indische und deutsche Regierung schon seit den 70er Jahren betreibt. Vor zwei Wochen fand nun ein Treffen aller Beteiligter in der Hauptstadt Delhi statt, genauer am IIT (Indian Institut of Technology), einem Campus, an dem fast jeder informatikbegeisterte Inder studieren möchte.

Ziel des Vorhabens ist der zivile Katastrophenschutz in Fall großer Flutereignisse wie sie in Sachsen ebenso geläufig sind wie in großen Teilen Indiens.
Über vorbeugende Maßnahmen machten sich der deutsche Hydrologe Prof. Markus Disse (TU München) und sein indischer Kollege Prof. A.K. Gosain Gedanken, die im Rahmen eines Workshops ausgetauscht wurden. Dabei sind die Probleme nicht immer nur technischer Natur. So neigen die Bewohner Delhis dazu, ihren Bauschutt in großen Drainagekanälen abzuladen, um Kosten zu sparen. Menschen dazu zu bewegen, auf kurzfristige Vorteile zu verzichten, um langfristig zu profitieren, ist ein anspruchvolles Unterfangen. Hier war der deutsche Kollege Prof. Martin Foss von der FU-Berlin gefragt, um mit Lösungsansätzen aus Sicht der Soziologie zu helfen.

Auch die Hochschule Mittweida, vertreten durch Promovend Maik Benndorf und Prof. Thomas Haenselmann, konnte besonders über ihre Kooperation mit der Universität der Bundeswehr berichten. Dabei entwickelt Maik Benndorf mit seinem ebenfalls promovierenden Kollegen Maximilian Garsch von der Universität der Bundeswehr eine Smartphone-App, die durch Messungen von Vibrationen entscheiden kann, ob teildefekte Brücken noch befahrbar sind. Im nächsten Schritt wollen die beiden Forscher durch mehrere Messungen Brüche in den Strukturen auch örtlich genauer lokalisieren und das ganz ohne teure Spezialgeräte.

Flankiert wurde das Projekt FloodEvac durch zwei weitere Kooperationen 'SenSE4Metro' und 'Involve', in denen es um den Schutz von U-Bahn Systemen im Fall von Anschlägen und Bränden geht und darum, wie eine breite Bevölkerung in die Abmilderung der Auswirkungen von Katastrophen einbezogen werden kann.

Link zur Webseite des Forschungsprojekts FloodEvac

Link zur FloodEvac-Seite der Hochschule Mittweida

Link zum Forschungsprojekt Involve

Link zum Forschungsprojekt SenSE4Metro

Text: Prof. Thomas Haenselmann
Bilder: Indian Institute of Technology Delhi