Fokus Forschung: NWK18-Vortrag: Verschleißfeste Iridiumschichten für elektrische Kontakte

Mittwoch 03. Mai 2017, 09:30

Iridium als Endoberfläche – Anwendungspotentiale für ein exotisches Edelmetall

Der Referent
Johannes Näther ist seit 2015 Forschungsmitarbeiter der Fakultät Ingenieurwissenschaften und befasst sich mit der galvanischen Abscheidung von Iridium.

Das Forschungsthema
Die immer größer werdenden Anforderungen bezüglich Zuverlässigkeit und Performance von Bauteilen sind der stetige Antrieb zur Entwicklung neuer Werkstoffe und Technologien. Bei der Beschichtung von Leiterbahnen, Steck- und Schleifkontakten sollen längere Standzeiten mit immer geringerem Materialeinsatz erreicht werden. Bei dieser Entwicklung geraten die etablierten Werkstoffe an technologische Grenzen. Die Weiterentwicklung von bisher weniger beachteten Elementen wie Iridium kann einen Beitrag zur Ressourceneffizienz liefern.

Der Vortrag „Verschleißfeste Iridiumschichten für elektrische Kontakte“ auf der 18. NKW in Mittweida soll einen Einblick zum Stand der Forschung auf diesem Gebiet geben. Johannes Näther wird einige Ergebnisse des aktuellen Forschungsprojektes zur galvanischen Abscheidung von Iridium (Förderkennzeichen 185443BG, gefördert durch die AiF), das unter der Leitung von Prof. Frank Köster an der Fakultät  Ingenieurwissenschaften durchgeführt wird, vorstellen. Im Fokus der Untersuchungen stand der Einfluss verschiedener Elektrolytzusätze auf die Abscheidung aus Iridiumhalogenkomplexen. Besonders durch die Zugabe organischer Säuren kann der Prozess positiv beeinflusst werden. Neben dem Vergleich der Schichteigenschaften von reinen Iridiumschichten mit kommerziell verfügbaren Endoberflächen wie Hartgold oder Platin wird ein Ausblick in die Möglichkeiten der Legierungsabscheidung gegeben. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand stellt Iridium aufgrund seiner hohen Härte und Verschleißbeständigkeit und der außergewöhnlichen Korrosionsbeständigkeit eine mögliche Alternative zum Einsatz von Hartgold für hochbeanspruchte Bauteile in der Elektroindustrie dar.

Text: Johannes Näther

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