Fokus Forschung: Masterstudent aus Mittweida in die Wüste Nevadas geschickt

Mittwoch 27. September 2017, 09:00

Heiner Winkler präsentiert sächsische Forschungsergebnisse der Digitalen Forensik auf internationaler Konferenz in Las Vegas, USA

Heiner Winkler auf der CSCE´17

Heiner Winkler hat seinen Master an der Hochschule Mittweida gemacht. In seiner Masterarbeit im Themenfeld der IT-Forensik forscht Heiner Winkler zusammen mit Prof. Christian Hummert an einer neuartigen Methode zur automatisierten Untersuchung von mobiler Android Schadsoftware. Im Detail wird die Schadsoftware (engl. Malware), wie etwa ein Banking Trojaner für ein Android Smartphone, automatisch ausgewertet und ein Bericht über das individuelle Verhalten erzeugt.

Es entstand eine innovative Android-Analyse-Plattform, mit der mobile Malware in einer realen Android-Laufzeitumgebung ausgeführt und spezifisch erforscht werden kann. Die Veröffentlichung der wissenschaftlichen Arbeit führte Heiner Winkler kürzlich in die Vereinigten Staaten von Amerika – genauer in die über 9000 km entfernte Wüste Nevadas. In Las Vegas kamen vom 17. bis 20. Juli 2017 eine Vielzahl von internationalen IT-Experten aus über 50 Ländern und den unterschiedlichsten Fachgebieten beim jährlich stattfindenden Weltkongress „CSCE’17 – The 2017 World Congress in Computer Science, Computer Engineering, & Applied Computing” zusammen, um ihre aktuellen Forschungsergebnisse vorzustellen und zu diskutieren. Abgehalten wurde der Kongress im Konferenzzentrum des Monte Carlo Ressort & Casino, welches sich direkt am bekannten Las Vegas Boulevard befindet. Die mehrtägige Zusammenkunft zählt im Bereich der Informatik weltweit zu einer der bedeutsamsten und fünf größten ihrer Art und besteht aus 21 internationalen Konferenzen. 

Hier präsentierte Heiner Winkler vor internationalem Fachpublikum aus den Bereichen Forschung, Regierungsbehörden, Wirtschaft und Industrie, die wissenschaftliche Arbeit sowie die erzielten Erkenntnisse und Fortschritte im Bereich der Android-Malware-Forensik und stellte sich im Anschluss an den Vortrag den individuellen Fragen der anwesenden Experten aus aller Welt. In einer sehr angeregten und aufschlussreichen Diskussion erschlossen sich Informationen und Erkenntnisse über das Synergiepotential aus aktuellen Arbeiten sowie aus bereits erlangten Ergebnissen anwesender Wissenschaftler und Forschergruppen. Zudem wurde einmal mehr die Signifikanz der Thematik deutlich, welche neben der stetig steigenden Bedeutung tragbarer Endgeräte, aus der Popularität der mobilen Plattform Android, der Update-Politik der Hersteller sowie deren Umgang mit bekannten Sicherheitslücken und – damit verbunden – aus der kontinuierlich steigenden Anzahl von Malware für das Betriebssystem resultiert. 

Dass ein Masterstudent aus Mittweida auf einem so renommierten Kongress einen Full Talk halten darf, ist keine Selbstverständlichkeit und zeigt eindrucksvoll, dass die Hochschule Mittweida im Bereich IT-Forensik auf Weltniveau mithalten kann.

Inzwischen hat sich Heiner Winkler entschieden der Hochschule Mittweida treu zu bleiben und hat eine Anstellung als Nachwuchswissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Prof. Christian Hummert angenommen. Dort will er sich auch in Zukunft mit der Analyse von Malware befassen.

Die veröffentlichte Abhandlung Android-App-Dissection on the Wandboard – Automatic Analysis of Malicious Mobile Code kann unter dem folgenden Link abgerufen werden.

Text: Prof. Christian Hummert, Heiner Winkler
Fotos: privat