Fokus Forschung: Bioforscher unterwegs - Teil 1

Dienstag 07. August 2018, 14:00

Mittweidaer Bioinformatik auf Fachkonferenz in Chicago

Florian Kaiser vor seinem wissenschaftlichen Poster
auf der ISMB2018 in Chicago. Es trägt
den Titel “Backbone Brackets and
Arginine Tweezers Delineate Class I
and Class II Aminoacyl-tRNA Synthetases”
und basiert auf einem kürzlich veröffentlichten
Artikel (doi:10.1371/journal.pcbi.1006101)
in der renommierten Fachzeitschrift
PLOS Computational Biology.

An der Schnittstelle zwischen genetischer Information und deren Interpretation steht eine besondere Klasse von Enzymen, die sogenannten Aminoacyl-tRNA Synthetasen. Die Entstehung des genetischen Codes ist eng mit der Evolution  der Aminoacyl-tRNA Synthetasen verwoben. Mit Hilfe bioinformatischer Methoden, gelang es der Forschungsgruppe für Bioinformatik bigM wichtige Strukturmotive in Aminoacyl-tRNA Synthetasen zu identifizieren, die für die korrekte Interpretation des genetischen Codes maßgeblich sind. Die Ergebnisse sind weitaus umfangreicher als die bestehende Studien und weisen darauf hin, dass Aminoacyl-tRNA Synthetasen von einem gemeinsamen “Ur-Gen” abstammen, welches alle heutigen Organismen miteinander verbindet.

Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit der Forschungsgruppe für Bioinformatik der TU Dresden konnte Florian Kaiser die Ergebnisse auf der 26. Konferenz “Intelligent Systems for Molecular Biology” (ISMB2018), die vom 6. bis 10. Juli 2018 in Chicago stattfand, vorstellen.

In einem 20-minütigen Vortrag und anschließender Postersession, brachte der Promovend die Erkenntnisse der Studie den Konferenzteilnehmern näher. Das positive Feedback regte zu weiteren Fachdiskussionen an und führte zur Knüpfung neuer Kontakte. Die Reise nach Chicago bildet einen Höhepunkt in der aus Mitteln der Europäischen Sozialfonds finanzierten, kooperativen Promotion von Florian Kaiser.

Text und Bilder: Florian Kaiser