Preiswürdige Gründungsideen aus Mittweida

Freitag 02. Februar 2018, 10:00

Innovative Mittweidaer Gründungsideen mit Top-Platzierungen beim SAXEED-Schicke-Ideenwettbewerb 2018

Die Gewinnerteams aus Mittweida
mit Prof. Dr. Ulla Meister (vorne in der Mitte), dem
akademischen Assistenten für Gründungsmanagement
Dr. Frank Schumann (links) und SAXEED-Mitarbeiter
Dirk Liebers (rechts)

Erfolgreiche Ideen

Mehr als 100 Gäste folgten am 22. Januar 2018 der Einladung zur Abendveranstaltung mit Preisverleihung in die Mensa der TU Chemnitz. Gemeinsam mit der Live-Jury kürten die Gäste die besten Projekte des zweistufigen Ideenwettbewerbs. Bereits zum 13. Mal suchte das Gründernetzwerk SAXEED an den vier südwestsächsischen Hochschulen innovative und kreative Ideen von Studierenden und Wissenschaftlern. Zur Teilnahme aufgerufen waren alle Studierenden, Mitarbeiter und Professoren der vier SAXEED-Standorte: Hochschule Mittweida, TU Chemnitz, TU Bergakademie Freiberg sowie Westsächsische Hochschule Zwickau. Ganz egal, ob verrückt oder gewagt– Ziel war es, in einem schriftlichen Konzept in der ersten Runde und einem dreiminütigen Pitch im Finale die Idee überzeugend darzustellen.

Dies gelang Katrin Naumann und Karola Köpferl mit „Pflege.Einfach.Buchen“. Sie überzeugten die Jury und belegten den 1. Platz in der Kategorie Studierende. Beide Preisträgerinnen entstammen der Fakultät Soziale Arbeit, sie arbeiten an einem Onlineportal für Pflegeplatz-Suchende, welches stationäre Altenpflegeplätze hinsichtlich freier Kapazitäten, Preise und Kundenbewertungen vergleicht und eine einfache Online-Buchung ermöglicht. Damit soll der Unübersichtlichkeit im Markt der stationären Altenpflege mit einer Fülle privatwirtschaftlicher und gemeinnütziger Betreiber entgegengewirkt werden. Das Team plant für dieses Jahr die Beantragung eines EXIST-Gründerstipendiums, um ihre Idee weiter voranzutreiben. Der Preis stellt eine zusätzliche Motivation für die Gründerinnen dar. Er ist mit 1.000 Euro dotiert und wurde von der Volksbank Chemnitz eG gestiftet und übergeben.

Einen sehr guten vierten Platz belegte das Mittweidaer Team „Quick-TM“. Laura Majer, Marcus Guth, Max Elias, Rebecca Prause und Sarah Walther stellten eine Idee vor, welche die Krebsuntersuchungen revolutionieren könnte. Sie wollen eine Technologie entwickeln, die die Messung und Analyse von Brustkrebstumormarkern im Blut durch ein miniaturisiertes Gerät direkt beim Hausarzt erlaubt, anstatt die Probe aufwendig vorzubereiten und zu einem Labor zu schicken. Dadurch wird im Rahmen der Nachbehandlung von Krebspatienten innerhalb einer Stunde festgestellt, inwieweit die Krankheit rückfällig geworden ist. Auf diese Weise werden Wartezeiten für die Betroffenen verkürzt und Diagnoselabore entlastet.

Der Sonderpreis ging ebenfalls an ein Team der Hochschule Mittweida: Hendrik Reichelt, Florian Seier, Lissy Jakubasch, Linda Arnold und Cindy Köhler von der Hochschule Mittweida wollen einen Bio-Chip zur Lebensmittelüberwachung entwickeln. Dieser soll direkt in die Verpackung des zu testenden Produkts integriert werden und per Live-Monitoring Rückschlüsse auf dessen aktuellen Zustand der Verderbnis liefern. Damit soll zukünftig für den Verbraucher einfacher erkennbar sein, ob Fleisch Joghurt und Co. noch genießbar sind. Die Gründungsidee soll ihren Teil gegen die aktuelle Lebensmittelverschwendung beitragen. Um das Projekt mit seinem Social-Entrepreneurship-Charakter weiterzubringen vergab der Vorstandsvorsitzende der chemmedia AG Lars Fassmann den Sonderpreis an das Mittweidaer Team. Jetzt dürfen sich die Studierenden der Masterstudiengänge Molekularbiologie/Bioinformatik sowie Betriebswirtschaftslehre über ein mietfreies Start-up-Büro im Chemnitzer Co-Working-Space „Kabinettstückchen“ freuen, welches sie für ein Jahr beziehen dürfen.

Besondere Zusammenarbeit Mittweidaer Studierender

Insgesamt wurden dieses Wettbewerbsjahr 35 Geschäftsideen eingereicht. Jede Einreichung hat dabei die Möglichkeit Juryfeedback aus den Perspektiven Wissenschaft, Wirtschaft/Banken und Existenzgründungsförderung zu bekommen. Dabei qualifizierten sich fünf Finalisten in der Kategorie „Studierende“ und drei wissenschaftliche Teams für die Endrunde in Chemnitz. Diese präsentierten im Rahmen der feierlichen Preisverleihung ihre Geschäftsidee in einem dreiminütigen Pitch. Sowohl das Publikum als auch eine siebenköpfige Live-Jury entschieden auf Basis der Kurzpräsentationen über die Platzierungen.

Die SAXEED-Projektleiterin des Standortes Mittweida Prof. Dr. Ulla Meister gratulierte den Siegerteams aus Mittweida: „Wir freuen uns sehr, dass es ein so erfolgreicher Abend für die Mittweidaer Teams war und sich unsere intensiven Bemühungen ausgezahlt haben!“. Dabei bezog sie sich unter anderem auf ein Projekt, bei dem die Master-Studiengänge Betriebswirtschaft und Molekularbiologie/Bioinformatik gemeinsam an Geschäftskonzepten arbeiten. „Aus den Bereichen der Molekularbiologie und Bioinformatik kommen sehr viele gute Ideen, die mit dem Wissen der Betriebswirtschaftler in ein Geschäftsmodell umgewandelt werden können“, weiß SAXEED-Gründungsberater Dirk Liebers. Er hofft, dass durch diese Zusammenarbeit der Studierenden auch in den kommenden Jahren wieder Teams aus Mittweida erfolgreich am Ideenwettbewerb teilnehmen und Ausgründungen am Standort forciert werden können.

Der Ideenwettbewerb folgt der Philosophie des Gründernetzwerks SAXEED, Hochschulangehörige für eigene Geschäftsideen zu motivieren und sie für die Möglichkeit einer Existenzgründung zu sensibilisieren. Er zeigt zudem, wie neue Technologien aus der Hochschule gefördert und der Gesellschaft durch gezielten Transfer zugänglich gemacht werden können.

Auch 2018/19 wird es wieder einen SAXEED-Ideenwettbewerb geben. Der Bewerbungszeitraum startet im Herbst dieses Jahres. Bei Interesse können Sie sich an unsere Mitarbeiter Dirk Liebers und Tomás Cabrera wenden: saxeed.hs-mittweida.de/team

Text und Bilder: Dirk Liebers