Fokus Forschung: Blaupause für zelluläre Informationsübertragung

Tuesday 08. November 2016, 12:45

Erfolgreicher Vortrag von neuseeländischem Gastwissenschaftler Prof. Dr. Peter Wills an der Hochschule Mittweida

Prof. Dr. Peter Wills bei seinem Vortrag
"The Origin of Genetic Coding" im Hörsaal 001
des Zentrums für Medien und Soziale Arbeit

Im Rahmen seines Deutschlandaufenthaltes und dem Besuch verschiedener Forschungseinrichtungen im Bereich Bioinformatik, besuchte Prof. Dr. Peter Wills auch die Hochschule Mittweida. Prof. Wills arbeitet und forscht an der University of Auckland in Neuseeland. Die hiesige Bioinformatik Forschungsgruppe bigM unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Labudde, leistet einen Beitrag zur Erforschung des Ursprungs der zellulären Informationsübertragung. Diese Mechanismen lassen sich bis zu den Anfängen der Entwicklung des Lebens zurückverfolgen und sind bis heute noch nicht in Gänze verstanden.

Um zu überleben ist jede Zelle auf das Zusammenspiel von genetischer Information und der molekularen Maschinerie angewiesen. Die auf den Genen festgehaltene Information, ähnlich den Daten auf einer Festplatte, liegen in codierter Form vor und müssen zunächst übersetzt werden. Im Anschluss wird diese Information als eine Art Blaupause genutzt, um Proteine zu erzeugen, die wiederum die verschiedensten Aufgaben in der Zelle übernehmen. Doch wie ist dieses ausgeklügelte System der Informationsweiterleitung zustande gekommen? Wie haben sich der Genetische Code und die Proteine, die ihn übersetzen, im Laufe der Zeit entwickelt um das Leben wie wir es kennen zu ermöglichen?
In seinem Vortrag „The Origin of Genetic Coding“ am 28. Oktober 2016 führte Prof. Wills die Zuhörer anschaulich und verständlich an die Theorien der Entstehung molekularer Information heran. Studierende der Studiengänge Biotechnologie, Molekularbiologie/Bioinformatik und Allgemeine und Digitale Forensik, aber auch weitere Interessierte, nahmen am Vortrag im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit teil. Im Anschluss ergab sich eine rege Diskussion mit Prof. Wills, die weitere Aspekte seiner langjährigen Forschung auf diesem Gebiet beleuchtete.

Doch auch abseits seines Vortrags fand Prof. Wills die Zeit, um mit Mitarbeitern der bigM und der TU Dresden das weitere Vorgehen der kooperativen Forschungsarbeit zu besprechen. An diesem Projekt sind auch Mitarbeiter der Forschungsgruppe für Bioinformatik der Technischen Universität Dresden unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Schroeder beteiligt. Im Austausch der erlangten Erkenntnisse zeigte Prof. Wills sich hoch interessiert für die in Mittweida und Dresden durchgeführten Untersuchungen zu diesem Thema.

Informationen zu Prof. Peter Wills
Informationen zur Forschungsgruppe bigM

Text: Florian Kaiser
Fotos: Forschungsgruppe bigM