Fokus Forschung: Forschung zwischen Drachen und Tempeln

29.01.2019, 09:00

Forschungsreise nach China ist ein voller Erfolg

Der Humble Administrator's Garden
in Suzhou gehört zum UNESCO-
Weltkulturerbe und stand ganz oben
auf der Liste interessanter Orte

Im Rahmen der Energiewende besteht großer Bedarf an effizienten Katalysatormaterialien für Elektrolyse von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff. In der Fachgruppe Fertigungs- und Werkstofftechnik der Fakultät Ingenieurwissenschaften wird im Projekt „IT-PEM“ aktuell an diesen Materialen geforscht. Ein Dreigestirn aus dem Institut für Umwelttechnik UITA, dem Westfälischen Energieinstitut Gelsenkirchen und der Hochschule Mittweida befasst sich in einem durch die AiF geförderten IGF-Projekt mit der Optimierung von PEM-Elektrolyseuren.

 

Um dabei den Blick für innovative Ideen offen zu halten, fanden im vergangen Jahr zwei Forschungsaufenthalte an der Changzhou University in China statt. Johannes Näther hatte die Möglichkeit, durch eine Förderung über das InPro TUC Projekt der Universität Chemnitz, der Einladung von Dr. Wangping Wu zu folgen und gemeinsam an der elektrochemischen Abscheidung von Iridium-Nickel-Schichten zu arbeiten. Die beiden Aufenthalte fanden für jeweils vier Wochen im April und Dezember letzten Jahres statt. Trotz der ungewohnten Umgebung und einer fast sechsmonatigen Unterbrechung können sich die Ergebnisse sehen lassen. Aufgrund der erfolgreichen Legierungsabscheidung der beiden Metalle können effiziente Katalysatoroberflächen mit geringem Edelmetalleinsatz hergestellt werden. Derzeit werden die Ergebnisse für eine Veröffentlichung aufbereitet.  

Neben der Forschungstätigkeit auf dem Universitätscampus, sollten auch Einblicke in die Kultur des Gastgeberlandes nicht fehlen. Während einiger Tagesausflüge wurden viele der umliegenden Tempelanlagen in Changzhou besucht und unter dem starken Duft von hunderten Räucherstäbchen bestaunt. Auch die berühmten Gärten der 2500 Jahre alten Stadt Suzhou, ein wichtiges Zentrum für Seide, standen auf dem Kulturprogramm. Dabei stellten sich Dr. Wu und seine studentischen Mitarbeiter nicht nur als kluge Wissenschaftler, sondern auch als überaus freundliche und hilfsbereite Fremdenführer heraus. Während Englisch im akademischen Umfeld als Sprache ausreichend war, stellten mangelhafte Kenntnisse der chinesischen Sprache im Alltag immer wieder eine Herausforderung dar. Ein Höhepunkt der außeruniversitären Veranstaltungen war eine mehrstündige Teezeremonie und ein Abendessen aus dem „Hot Pot“, das lange in Erinnerung bleiben wird.

Im Sommer dieses Jahres plant Doktor Wu zum Gegenbesuch für drei Monate an die Hochschule kommen. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit und hoffen die Gastgeberrolle mindestens gleichwertig ausfüllen zu können.    

Text: Johannes Näther, Annett Kober
Bilder: privat