Fokus Forschung: 3D-Druck mittels Laser

12.07.2019, 09:00

Am Laserinstitut Hochschule Mittweida wird mit Lasertechnologie 3D-gedruckt

3D-Druck aus Metallpulver

3D-Druck – ein griffiges Modewort für alle Verfahren, die aus formlosen Ausgangsmaterialien wie Pulver, Flüssigkeiten und Drähten schnell und direkt 3D-Teile computergesteuert erzeugen können. Mittlerweile erstreckt sich das Anwendungsspektrum 3D-gedruckter Bauteile von filigranen und funktionellen Mikrobauteilen für die Medizintechnik bis hin zur organisch anmutenden Leichtbaukonstruktionen für Luft- und Raumfahrt. In der Forschung und Entwicklung geht man noch weitere Schritte voran und erschließt aktuell die Gebiete der Mikrorobotik und extraterrestrischen autarken Bauteilversorgung. Mittlerweile gelang es Forschern sogar, die ersten funktionsfähigen menschlichen Organe zu drucken.

Ein Teil der 3D-Druck-Verfahren, vor allem dann, wenn es um Teile aus Metall oder Keramik geht, benötigt den Laser als Werkzeug. Aus diesem Grund beschäftigt sich das Laserinstitut Hochschule Mittweida (LHM) schon seit fast zwei Jahrzehnten damit. Der Schwerpunkt lag zunächst auf dem Mikrobereich. Hier wurde ein völlig neuartiges Laserverfahren, das sogenannte Lasermikrosintern, entwickelt. Dafür konnten zahlreiche Preise in den USA und in Deutschland in Empfang genommen werden. Derzeit geht die Entwicklung am LHM eher dahin, die Verfahren wesentlich schneller und effektiver zu machen. Prof. André Streek, der sich bereits seit 15 Jahren mit der Technologie beschäftigt und auf dem Gebiet promoviert hat, wurde vergangenes Jahr zum Professor für „Innovative Laserverfahren“ berufen. Sein Spezialgebiet bringt er auch in die Lehre ein. Denn seit dem Wintersemester 2018/19 kann man an der Hochschule die Studienrichtung 3D-Drucken im Studiengang Lasertechnik/Physikalische Technik studieren. Und das ist in Deutschland nur an wenigen Hochschulstandorten möglich.

Text: Michael Pfeifer, Robby Ebert
Foto: Laserinstitut Hochschule Mittweida