Fokus Forschung: Nachwuchsförderpreis der DGO geht 2019 nach Mittweida

07.10.2019, 09:00

Mittweidaer Absolvent wird ausgezeichnet

Wolfgang Bosbach; Preisträger Dipl.-Ing. (FH) Rayko Ehnert; Prof. Dr. Paatsch (DGO); Prof. Dr. Frank Köster

Die ZVO (Zentralverband für Oberflächen e.V.) Oberflächentage sind das jährliche Highlight der Galvanik- und Oberflächenbranche. Der international besuchte Kongress fand dieses Jahr Mitte September bereits zum vierten Mal in Berlin statt und unterstrich mit über 680 Teilnehmern seinen hohen Stellenwert in der Branche. Vornehmliches Ziel der Oberflächentage sind die gezielte Vernetzung von Forschung und Praxis zum Thema Galvano- und Oberflächentechnik und die Unterstützung der branchenübergreifenden Kommunikation. Die dreitägige Veranstaltung wurde am 11.09.2019 vom amtierenden Wirtschaftsminister Peter Altmaier eröffnet. Im Anschluss erfolgte die Vergabe des Nachwuchspreises der „Deutschen Gesellschaft für Oberflächen“ (DGO), bevor Wolfgang Bosbach über seine Erfahrungen als Bundestagsabgeordneter sprach. In diesem Jahr wurde mit Rayko Ehnert ein Promotionsstudent der Hochschule Mittweida für seine Forschungsarbeit zur Synthese einer neuen Goldverbindung mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet.

Die Arbeit zur Synthese des neuen Goldkomplexes entstand aus einer Kooperation zwischen der SAXONIA Edelmetalle GmbH, der Universität Chemnitz und der Hochschule Mittweida. Aus dem neuartigen Goldkomplex entwickelte die Forschungsgruppe um Prof. Frank Köster einen Elektrolyten, der für die Vergoldung von Leiterplatten eingesetzt werden kann und die hochgiftigen Cyanidbäder in Zukunft ersetzten könnte. Der Prozess, der bereits im technischen Maßstab umgesetzt wurde, weckte das Interesse vieler Chemikalienhersteller und Anwender und wurde auf dem Kongress rege diskutiert.

Neben der Darstellung des Goldkomplexes und des daraus entwickelten Beschichtungsprozesses wurde ein weiteres Projekt der Fachgruppe Werkstoff- und Fertigungstechnik vorgestellt. Johannes Näther sprach zum aktuellen Stand bei der „Entwicklung neuartiger Elektrodensysteme für die PEM-Elektrolyse“ (Förderkennzeichen 19817BG). Dabei geht es um die Abscheidung von Iridium als Katalysatormaterial bei der elektrochemischen Spaltung von Wasser. Anders als bisher verbreitet soll der Katalysator direkt auf eine spezielle Titanelektrode appliziert werden, sodass bis zu 90% weniger Edelmetall benötigt wird. Das Projekt liefert einen weiteren Beitrag zur sinnvollen Nutzung erneuerbarer Energien.

Insgesamt konnte eine äußerst positive Bilanz aus dem Besuch der Tagung gezogen werden. Das rege Interesse an den vorgestellten Projekten, viele neue Kontakte und Ideen für weitere Kooperationen und die Wertschätzung der geleisteten Forschungsarbeit durch die Verleihung des Nachwuchspreises schüren bereits die Vorfreude auf das nächste Branchentreffen im September 2020 in Düsseldorf.

Text: Johannes Näther, Rayko Ehnert
Fotos: (1): ZVO/Copyright: Sven Hobbisiefken, (2): privat