Fokus Forschung: Oberflächentechniker setzten Glanzpunkte auf der Hannover Messe 2019

24.04.2019, 07:45

Vergoldung bei Raumtemperatur ohne giftige Cyanidkomplexe

Prof. Frank Köster beim Vergolden eines Andenkens für die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Dr. Eva-Maria Stange (Foto: TU Dresden)

Gold hebt sich optisch durch seinen Glanz und die gelbe Farbe deutlich von anderen Metallen ab und faszinierte die Menschen bereits vor 4000 Jahren. Die starke Anziehungskraft des Goldes auf den Menschen wurde auch auf der Industriemesse in Hannover, die vom 01. bis zum 04. April 2019 stattfand, belegt. Viele Interessenten versammelten sich am Stand der Forschergruppe von Prof. Köster, um die Vergoldung von Leiterplattenmaterial genauer zu begutachten.

Der metallische Glanz des Goldes ergibt sich aus dem Fehlen einer Oxidschicht, welches wiederum durch das hohe Standardpotenzial erklärt werden kann. Die Elektronikbranche macht sich diese Eigenschaft zu Nutze. Platinen werden nach dem Strukturieren mit einer dünnen Goldschicht versehen, um die Leiterplatten vor Korrosion zu schützen und nachgelagerte Bond- und Lötschritte prozesssicher zu ermöglichen. Leider müssen dafür bisher hochtoxische Goldelektrolyte auf Cyanidbasis verwendet werden. Das auf der Hannover Messe vorgestellte Projekt beschäftigt sich mit der Substitution der giftigen Goldkomplexe durch Alternativen. Der neue Goldkomplex wird auf elektrolytischem Weg durch das anodische Lösen von Gold in Methansulfonsäure realisiert.  

Am Stand konnten sich die Besucher, unter anderem auch Frau Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, davon überzeugen, dass eine Vergoldung bei Raumtemperatur ohne giftige Cyanidkomplexe innerhalb weniger Minuten möglich ist. Wer wollte, konnte sich ein „goldenes“ Andenken an die Hochschule mitnehmen. Neben vielen interessierten Messebesuchern bot der Messestand auch die Möglichkeit, mit den Anwendern der Goldelektrolyte ins Gespräch zu kommen und über die Skalierung des bisher nur im Labormaßstab durchgeführten Prozesses zu diskutieren.

Ansprechpartner: Prof. Köster

Text: Johannes Näther