Fokus Forschung: Die Betriebswirtschaft- Knackpunkt auf dem Weg zum Anderen Leistungsanbieter

04.07.2019, 13:00

InnoLAWI-Workshop an der Hochschule Mittweida

Betriebswirtschaftliche Schulung der Landwirte durch Lisa Distler (l.). Im Rahmen des Projektes InnoLAWI entsteht ein Dokumentationsfilm durch die Fakultät Medien, die den Workshop als wichtigen Schritt auf dem Weg zum Anderen Leistungsanbieter aufgezeichnet haben. (v.li: Rika Fleck, Melina Camilo von der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida)

Am 21.Mai 2019 fand an der Hochschule Mittweida, Fakultät Soziale Arbeit, im Rahmen des Projektes InnoLAWI- Landwirtschaftliche Unternehmen als Anbieter sozialer Dienstleistungen ein Workshop „Geschäftsmodell Anderer Leistungsanbieter“ statt.

Dort startete im September ein neues Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Stephan Beetz, genannt „InnoLAWI“, gefördert aus ELER - Mitteln durch das SMUL Sachsen. Ein interdisziplinäres Team aus Mitarbeitern der Hochschule, dem Sozialteam Bayern, der Xit GmbH Bayern und dem Netzwerk alma aus Niedersachsen arbeitet daran, die Neuerungen des Bundesteilhabegesetzes auf sächsischen Landwirtschaftsbetrieben umzusetzen.  Darin sind seit 1.1.2018 sogenannte „andere Anbieter“ als Alternative zur Werkstatt für Menschen mit Behinderung zugelassen.

Das Team möchte am Beispiel von Pilotbetrieben mit unterschiedlicher Größe und Betriebsschwerpunkt in verschiedenen Regionen Sachsens das Konzept der „anderen Anbieter im ländlichen Raum“ umsetzen.  Die Betriebe werden über die Entwicklung einer sozialen Dienstleistung informiert, intensiv beraten und in der Konzeption und dem Aufbau eines Teilhabeangebots unterstützt und begleitet.

Bis dato haben sich 7 sächsische Landwirtschaftsbetriebe aus den Landkreisen Sächsische Schweiz, Leipziger Land, Zwickau und Mittelsachsen als Pilotbetriebe am Projekt beteiligt, um auf ihrem Hof einen sozialen Betriebszweig zu etablieren und damit Menschen mit Behinderung eine Alternative zur Werkstatt zu bieten. In dem Workshop an der Hochschule wurden die Vertreter der Betriebe durch den Projektpartner Xit GmbH aus Bayern, vertreten durch Lisa Distler, intensiv in die rechtlichen Grundlagen des Bundesteilhabegesetzes und die spezifischen Besonderheiten in Sachsen eingeführt. Die Betriebe hatten schon viele Konzeptideen entwickelt, die gemeinsam diskutiert wurden und nun in die Logik eines Businessplanes gebaut werden müssen, nach den betriebswirtschaftlichen Vorgaben des Kostenträgers.

Viele Bedingungen, Leistungen und Anforderungen, die an Werkstätten gestellt werden, müssen beim Modell Anderer Leistungsanbieter ebenfalls eingehalten werden und stellen sowohl die Landwirte als auch das Mittweidaer Projektteam vor die Herausforderung, ein wichtiges Instrument zur Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Praxis umzusetzen.

Ziel ist für alle, ein Angebot zu etablieren, in dem Menschen mit Behinderung von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können und durch die Teilhabe am Arbeitsleben in den Landwirtschaftsbetrieben eine Möglichkeit haben, Berufswünsche zu entwickeln und zu verwirklichen.

Weitere Informationen zu InnoLAWI

 

Text: Sonja Hoyer
Foto: Heike Delling