Fokus Forschung: Mittweidaer Wissenschaftler unterwegs - Wasserstoffforschung im letzten Kaiserreich

22.07.2019, 09:00

World Hydrogen Technology Convention in Tokio

Johannes Näther bei der World Hydrogen Technology Convention in Tokio

Im Rahmen der Energiewende wird Wasserstoff auch in Deutschland immer breiter als Energieträger diskutiert und mögliche Konzepte einer reinen Wasserstoffwirtschaft erdacht. Dabei muss immer berücksichtigt werden, dass der Wasserstoff als Energieträger nur so nachhaltig ist, wie die primäre Energiequelle. Eine nachhaltige Alternative zu fossilen Brennstoffen kann nur durch die Wasserelektrolyse mithilfe erneuerbarer Energien geliefert werden.

Doch neben den Herausforderungen der Erzeugung ergeben sich zahlreiche weitere Fragen bezüglich der sicheren Speicherung, des Transports und der Ausspeicherung bzw. der Energierückgewinnung. Lassen sich Elektrolyseure im Gigawattbereich überhaupt realisieren? Welche Infrastruktur wäre für eine breite Nutzung der Wasserstofftechnologie nötig? Wie steht es um die Effizienz der gesamten Energiekette?

Dieser breite Themenkomplex wurde auf der World Hydrogen Technology Convention von Fachleuten aus der ganzen Welt erörtert. Während der Konferenz, die vom 02. bis zum 07. Juni 2019 in Tokio stattfand, konnte die Zukunft der Wasserstofftechnologie mit internationalen Forscherkollegen und Vertretern der Technologiekonzerne diskutiert werden. Auch die Fakultät Ingenieurwissenschaften, vertreten durch den Fachbereich Werkstoff- und Oberflächentechnik, konnte einen Beitrag leisten.

Vorgestellt wurden die aktuellen Ergebnisse zum Projekt „Entwicklung von kostengünstigen und nachhaltigen Elektrodensystemen auf Basis von optimierten Iridium/Titanoxid-Schichten für den Einsatz in der PEM-Wasserelektrolyse“ (Polymerelektrolytmembran). Dabei zeigten besonders Firmenvertreter von Membranherstellern und MEA-Lieferanten (membran-electrode-assembly) ein hohes Interesse am Forschungsansatz. Durch elektrochemische Abscheidung von Iridium als Katalysatormaterial auf der Elektrodenoberfläche des Elektrolyseurs soll eine Edelmetalleinsparung von rund 90% realisiert werden.

Das Projekt läuft noch bis zum 30.04.2020. Interessenten können sich direkt an Prof. Frank Köster bzw. Projektmitarbeiter M. Eng. Johannes Näther wenden.

Text: Johannes Näther
Foto: privat