Fokus Forschung: Von 1 bis 735

Mittwoch 28. November 2018, 13:00

Die 25. IWKM in Zahlen und Bildern

„Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige die am ehesten bereit ist sich zu verändern.“ 
Was der britische Naturforscher Charles Darwin im 19. Jahrhundert vor allem auf die Artenvielfalt bezog, ist heute, gut zwei Jahrhunderte später, aktueller denn je. Nur wer sich stetig weiterentwickelt und verändert, kann in der heutigen Zeit Schritt halten. Mit der 25. Interdisziplinären Wissenschaftlichen Konferenz am 24. und 25. Oktober wurde an der Hochschule Mittweida ein weiterer Schritt in Richtung Veränderung getan.

Verändert wurde das Konzept der Tagung – erstmalig waren alle Fakultäten der Hochschule zur Beteiligung aufgerufen und schufen so eine große Bandbreite an angebotenen Schwerpunkten und Beteiligungsmöglichkeiten in der Verbindung zwischen Technik und Gesellschaft.

Veränderung war aber auch das Motto der Konferenz, die unter dem Thema „Digitalisierung in Industrie und Gesellschaft – Arbeiten und Leben im Umfeld der 4. Industriellen Revolution“ stand.

In 13 Tagungsgruppen, Workshops und Symposien setzten sich 289 angemeldete Teilnehmer mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinander, 117 Vorträge wurden gehalten und auf 281 Seiten im Tagungsband dokumentiert.

Die Palette dabei reichte beispielsweise von Themen wie dem autonomen Fahren über die ressourceneffiziente Fertigungsprozessgestaltung, der integrierten Sensorik bis hin zur Lärmminderung an Fahrzeugen, Verkehrswegen und Industrieanlagen. Weitere Vorträge befassten sich unter anderem mit dem Hochgeschwindigkeits-3D-Druck zur Herstellung von Prothesenelementen, der IT-Sicherheit, der Künstlichen Intelligenz in Spielen oder der Anwendungen von Machine Learning in verschiedenen Wissenschaftsbereichen.

Den gesellschaftlichen Aspekt der Digitalisierung beleuchteten Vorträge wie „Digitale Kompetenz als vierte Kulturtechnik oder als Querschnittskompetenz?“ oder „Softwaregestützte Akzeptanzgenerierung für Infrastrukturprojekte“. Warum Menschen das Vertrauen in die Medien verlieren war der Gegenstand einer Podiumsdiskussion, an der unter anderem Prof. Karola Wille (MDR), Ine Dippmann (Vorsitzende DJV Sachsen), Thomas Bärsch (ZDF-Reporter in Chemnitz) und Prof. Christoph Meyer (Hochschule Mittweida) teilnahmen. „Geht’s auch ohne Euros?“ fragten sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema Blockchain. Das 5. Udo-Steinberg-Symposium befasste sich mit der Digitalisierung des Sports und den mit „eSports“ verbundenen Potenzialen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Auch das Rahmenprogramm der Tagung versprach Innovation und Veränderung.

In der Plenarveranstaltung konnten neben dem Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und stellvertretenden Sächsischen Ministerpräsidenten Martin Dulig als Schirmherr der Tagung zahlreiche weitere Vertreter aus Gesellschaft, Industrie und Wissenschaft begrüßt werden. Unter ihnen war auch Alfons Riek, Leiter Technologie und Innovation der Festo AG & Co., der in seinem Plenarvortrag „Mensch und Maschine - Duett oder Duell?“ das Zusammenwirken der unterschiedlichen Komponenten in der Digitalisierung fokussierte. Riek stellte dabei die Schnittstelle zwischen Technologien und der Beantwortung gesellschaftlicher Fragen  als wesentlichen Erfolgsfaktor in den Mittelpunkt.

Um Kommunikation und Innovation mit Praxisbezug ging es auch bei einem Angebot, welches neben den Tagungsteilnehmern auch die Schulen und Einwohner Mittweidas als Zielgruppe hatte. Der InnoTruck des BMBF stellte auf 14 Metern Länge und 12 Metern Höhe „Technik und Ideen von morgen“ mit mehr als 80 Exponaten zum Anfassen, Mitmachen und Erleben vor.

Zum 3. Tag der Forschung trafen sich rund 20 Promovierende und NachwuchsforschInnen der Hochschule Mittweida und tauschten ihre Erfahrungen zum Thema „kooperativ promovieren an der Hochschule Mittweida“ aus. Neben einer von Frau Dr. Kaden moderierten Diskussionsrunde gab Herr Dr. Haase einen Rückblick aus der Wirtschaft mit Blick auf die Zeit der Promotion. Im zweiten Teil referierte Prof. Frank Weidermann zu Möglichkeiten international zu promovieren und stellte die Kooperation der Universität Bergen in Norwegen und Paisley in Schottland vor. Abschließend stellte Matthias Baumgart gemeinsam mit Dr. Katrin Fritzsche und dem Gründernetzwerk SAXEED Möglichkeiten zur Förderung von Forschung und Transfer an der Hochschule Mittweida vor.

Nachwuchs im beruflichen Umfeld wünschten sich auch die 30 Firmen, die sich zum X. Mittweidaer Career- und Firmentag am Donnerstag im Haus 5 präsentierten. Im Career-Speed-Dating konnten die Bewerber und Bewerberinnen unter die Lupe genommen und erste Beziehungen geknüpft werden.

Dass die Angewandte Forschung an der Hochschule Mittweida preiswürdig ist, bewiesen insgesamt 3 wissenschaftliche Preisvergaben während der Konferenz. Die Fakultät Ingenieurwissenschaften vergab während der Plenarveranstaltung den Gerhard-Neumann-Preis an Stefanie Winkler, Absolventin des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, für ihre Diplomarbeit „Optimierung des End-of-Line-Bereichs einer Fertigungslinie für Abgasreinigungsanlagen von Nutzfahrzeugen“. Zur Abendveranstaltung wurde ebenfalls von der Fakultät Ingenieurwissenschaften der Carl-Springe-Preis vergeben. Er ging an Thomas Wachsmuth für seine Masterarbeit zum Thema „Entwicklung und Aufbau eines Versuchsstandes mit leistungselektronischem Stellglied zur hochdynamischen Ansteuerung einer lagegeregelten Linearachse“.

Ebenfalls zur Abendveranstaltung erfolgte die Vergabe des Wissenschaftspreises 2018 der Hochschule Mittweida. 7 Forschungsvorhaben waren in die engere Auswahl gekommen und wurden zur Abendveranstaltung in je 3 Minuten dem Publikum vorgestellt. Moderiert wurde die Preisvergabe von Matthias Baumgart, Leiter des Referats Forschung. Nach der Beurteilung der schriftlichen Bewerbung durch eine ProfessorInnenjury floss das Publikumsvoting live in die Bewertung ein. Am Ende konnten sich Stefanie Walter (1. Platz), Dr. Marika Kaden (2. Platz) und Theo Pflug (3. Platz) über eine Prämierung freuen.

Mit der Goldenen Ehrennadel der Hochschule Mittweida für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde Prof. David Smyth von der University of the West of Scotland.

Mit einem erstmals an der Hochschule stattfindenden Science Slam endete die Konferenz. Ausgerichtet wurde dieses Veranstaltungsformat von Saxony5, einem Kooperationsprojekt der fünf sächsischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Die Themen reichten dabei vom Kuchenbacken mittels Virtual Reality über Reaktorsicherheit, Frauenpower bis hin zur Mathematik in den Biowissenschaften. 6 Slamer aus den Partnerhochschulen stellten sich im Herbert-E.-Graus-Studio dem Urteil des Publikums, in dessen Ergebnis Prof. Kristan Schneider (Hochschule Mittweida) als Sieger hervor ging.

Noch nicht geklärt ist die Bedeutung der Zahl 735 aus der Überschrift: So viele Tassen Kaffee wurden an die Tagungsteilnehmer ausgeschenkt.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen für eine reibungslose und sehr erfolgreiche Konferenz!

Link zur Konferenz
Link zum Tagungsband

 

Referat Forschung

Fotos (wenn nicht anders ausgewiesen): Helmut Hammer