Fokus Forschung: Bioforscher vernetzt

Dienstag 12. Dezember 2017, 09:00

Konferenz „Quantitative Principles in Biology“ in Heidelberg mit Mittweidaer Beteiligung

Christoph Leberecht vor seinem Poster

Zur Zeit wächst die Menge der biologischen Daten, die von Wissenschaftlern in Laboren weltweit erhoben werden, schneller als die Möglichkeiten, diese Daten auszuwerten. Theoretische Modelle helfen, die Lücke zwischen gemessenen Fakten und biologischen Konzepten zu schließen.
Die internationale Konferenz „Quantitative Principles in Biology“ am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg Anfang November setzte sich zur Aufgabe, Wissenschafter zusammenzuführen, die in den verschiedenen theoretischen und experimentellen Bereichen der Biowissenschaften forschen. Es wurden Schlüsselthemen und Konzepte behandelt, die in der modernen Biologie einer systemischen Herangehensweise bedürfen. Dazu zählen unter anderen, die evolutionäre Entwicklungsbiologie, die Immunologie und die quantitative Vorhersage zellulären Verhaltens. Zu diesen Themen hielten Wissenschaftler aus hochkarätigen Institutionen wie Stanford, Oxford, Princeton, MIT und Caltech Vorträge.

Von etwa 150 Einreichungen wurden 25 als halbstündige Vorträge sowie 17 als Flash Talk ausgewählt. Auch die Hochschule Mittweida war vertreten, durch den Promovenden Christoph Leberecht aus der Forschungsgruppe Bioinformatics Group Mittweida (bigM) von Prof. Dirk Labudde. An drei Tagen wechselten sich Diskussionen und Fachvorträge ab, an denen Christoph Leberecht mit einem Poster und einem begleitenden Flash Talk (einem 2 minütigen Anriss der Forschungsarbeit vor Publikum) teilnahm. Dabei stellte er sein Promotionsthema vor, bei dem er sich mit der Modellierung und Simulation von zellulären Prozessen beschäftigt. Der von ihm vorgestellte Ansatz soll die verschiedenen Repräsentationsebenen in der Zelle  verbinden; von der Interaktion und den Eigenschaften einzelner Moleküle wird dabei auf das komplexe Verhalten dieser Grundbausteine in Reaktionsnetzwerken und biologischen Prozessen geschlossen. Das Modellierungs- und Simulationssystem soll helfen die molekular-mechanischen Auswirkungen von krankheitsbedingenden Veränderungen der Zelle besser zu verstehen.

Informationen zur Forschungsgruppe Bioinformatics Group Mittweida (bigM)
Link zum Event

Text: Christoph Leberecht
Fotos: (1) privat, (2) EMBL