Fokus Forschung: Start in Innovationswettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“

03.07.2020, 10:00

Unternehmenspartner und -unterstützer gesucht

Foto: BCCM (Fotolia 120965909)

Chipkarten, Nutzernamen, Passwörter, ... - etwa 70 digitale Identitäten haben wir durchschnittlich, um uns digital "auszuweisen" und Dienste wie E-Mail, Online-Shopping, -Banking, Videostreaming usw. zu nutzen. Hier verliert man schnell den Überblick und zum Problem wird auch, die Hoheit über seine Daten zu behalten. Wie wäre es, diese vielen Identitäten durch eine einzige, sichere digitale ID -Lösung zu ersetzen?!

Wieder Herr über die eigenen Daten zu werden: Dazu hat die Hochschule Mittweida mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft am 1. Juni ein neues Projekt zum sicheren Management digitaler Identitäten gestartet: ID-Ideal. Die Hochschule Mittweida hat sich unter der Leitung des Blockchain Competence Center Mittweida (BCCM) erfolgreich für den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) initiierten Innovationswettbewerb "Schaufenster Sichere Digitale Identitäten" qualifiziert.

In der jetzt gestarteten sechsmonatigen Wettbewerbsphase fördert das BMWi die Erstellung eines Umsetzungskonzepts für die breite Anwendung von sicheren digitalen Identitäten in einem Schaufensterprojekt - zum Beispiel für die Authentifizierung von Personen oder Geräten in Verwaltungs- und Wirtschaftsprozessen. Mitglieder des Wettbewerbskonsortiums sind neben der Hochschule Mittweida die Volksbank Mittweida eG, die Stadtverwaltung Mittweida, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden sowie die Dresdner Unternehmen SALT Solutions AG und KAPRION Technologies GmbH.

Das BMWi fördert das Mittweidaer Projekt "ID-Ideal" und zehn weitere Wettbewerbsprojekte in der 1. Phase mit zunächst insgesamt 10 Mio. Euro. Bis 30. Oktober 2020 müssen die Umsetzungskonzepte vorgelegt werden, aus denen bis Jahresende maximal drei für die Umsetzungsphase ab April 2021 qualifizierten Projekte ausgewählt werden. Für die dreijährige Umsetzungsphase sind dann jedem Projekt Fördermittel in Höhe bis zu 15 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Prof. Andreas Ittner im InterviewDas Mittweidaer Wettbewerbskonzept sieht unter anderem eine offene Architektur zur Harmonisierung unterschiedlicher bestehender ID-Technologien vor. Prof. Andreas Ittner (Initiator und Mitbegründer des BCCM) sieht im Wettbewerb vor allen Dingen eine Chance für die Stadt und die Region Mittweida. "Mittweida ist bereits über die sächsischen Landesgrenzen hinaus für sein Engagement im Bereich Blockchain bekannt. Mit dem Konzept einer sicheren, selbst-souveränen digitalen Identität auf Blockchain-Basis gehen wir nun den nächsten Schritt in Richtung Nutzerfreundlichkeit und Breiten-Akzeptanz dieser zukunftsweisen Schlüsseltechnologie." so Ittner.

Im Verlauf des Wettbewerbs sollen das Umsetzungskonzept hinsichtlich Machbarkeit, Nutzen und Akzeptanz unterlegt werden sowie Hemmnisse identifiziert und Voraussetzungen für eine schnelle und effiziente Implementierung geschaffen werden. Dazu gehört auch der Ausbau des Konsortiums durch die Gewinnung von relevanten Umsetzungspartnern und Unterstützern, um die Erfolgsaussichten für eine angedachte Umsetzung zu untermauern.
Interessenten könnten sich dazu gerne per Mail an: id-ideal@hs-mittweida.de wenden.

Hintergrund: Der BMWi-Wettbewerb "Schaufenster Sichere Digitale Identitäten"

Digitale Identitäten sind in der heutigen Zeit eine wesentliche Voraussetzung für eine funktionierende Volkswirtschaft, denn fast alle Wirtschaftsprozesse setzen die Identifikation eines Objektes oder einer Person voraus. Digitale Identitäten müssen neben der Vertrauenswürdigkeit auch weit verbreitet sowie kostengünstig sein, sie müssen intuitiv benutzbar sein und die Privatsphäre respektieren. Genau hier setzt der Wettbewerb ein, denn der deutschen Wirtschaft fehlen nutzerfreundliche, flächendeckende, kostengünstige und sichere ID-Lösungen für Unternehmen und Verwaltung. Im Schaufenster-Wettbewerb sollen einfache, kostengünstige und rechtssichere Anwendungsfälle für ID-Lösungen im Alltag praktisch umgesetzt und erprobt werden Bürgerinnen und Bürger sollen sich mit einfachen, schnellen und vertrauenswürdigen Verfahren bei Diensten im Internet registrieren und anmelden (identifizieren und authentifizieren) können, welche ihre persönlichen Daten schützen.
Quelle:(https://www.digitale-technologien.de/DT/Navigation/DE/Foerderaufrufe/Sichere_Digitale_Identitaeten/sichere_digitale_identitaeten.html)

Weitere Informationen zum Projekt sind hier verfügbar

Text: Michael Meisel, Helmut Hammer, Annett Kober