Fokus Forschung: Angewandte Forschung weltweit

Donnerstag 15. November 2018, 10:00

Mathematiker aus Mittweida unterwegs

Prof. Kristan Schneider mit
Venkatachalam Udhayakumar, PhD
(Centers of Disease Control and Prevention, USA)
auf der ASTMH 2018 in New Orleans
(Foto: privat)

Professor Kristan Schneider (Fakultät für Angewandte Computer- und Biowissenschaften) hat seit 2012 die Professur für Modellbildung und Simulation an der Hochschule Mittweida inne. Seine Forschung beschäftigt sich mit Mathematischen Anwendungen in der Genetik und Evolutionstheorie. Dass dies durchaus kein einsamer Job am Schreibtisch ist, beweist er mit drei Teilnahmen an Konferenzen und Workshops, die ihn rund um die Welt führten.

Anfang Oktober nahm er am alljährlichen Retreat der Vienna Graduate School of Population Genetics (PopGen Vienna) teil. Der Workshop fand dieses Jahr in entspannter Atmosphäre im Österreichischen Altausee, bei bestem Wetter vor der Beeindruckenden Kulisse des “Looser” statt. Insgesamt 32 Doktoranden, Postdocs, Betreuer, Professoren und Gäste kamen beim 3-tägigen Workshop zusammen, um sich intensive wissenschaftlich auszutauschen. “Es ist jedes Jahr eine sehr gelungene Veranstaltung. PopGen Vienna steht seit 10 Jahren für Forschung auf höchstem Niveau. Es ist immer schön, dass der Austausch mit den ehemaligen Kollegen aus Wien noch immer anhält. Die wissenschaftliche Qualität ist absolut top und die Diskussionen immer sehr anregend!”, kommentiert Prof. Schneider den Workshop.

Das zweite Ziel lag innerhalb Deutschlands - am 10. und 11. Oktober 2018 fand der 2. Workshop der DFG-Projektakademie „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“ in Dortmund statt. Die Projektakademie unter der Leitung von Prof. Michael Henke (Lehrstuhlinhaber für Unternehmenslogistik an der TU Dortmund und Leiter des Bereichs Unternehmenslogistik am Fraunhofer IML) und Prof. Holger Kohl (Fachbereichsleiter „Nachhaltige Unternehmensentwicklung“ an der TU Berlin und Leiter des Fachbereichs „Unternehmensmanagement“ am Fraunhofer IPK) ist die dritte Projektakademie der DFG. Insgesamt 20 Professorinnen und Professoren von Hochschulen für angewandte Wissenschaften wurden nach einer kompetitiven Evaluation für die Projektakademie ausgewählt. Bei dem Workshop trafen sich Vertreter der TU Dortmund, TU-Berlin, DFG und die ausgewählten Teilnehmer der Projektakademie, um ihre Projektideen zum Thema „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“ vorzustellen und zu diskutieren.

Ende Oktober folgte die dritte Konferenzteilnahme, zu der Prof. Schneider den deutlich längsten Anreiseweg hatte. Vom 28.10. bis 01.11.2018 nahm er an der 67. jährlichen Konferenz der American Society for Tropical Medicine and Hygene (ASTMH 2018) in New Orleans teil. Die Konferenz gilt als die wichtigste Internationale Konferenz rund ums Thema Infektionskrankheiten und Malaria.

Prof. Schneiders Professur beschäftigt sich intensiv mit dem Thema der mathematischen und genetischen Modellierung von Infektionskrankheiten, insbesondere von Malaria und war mit zwei Posterpräsentationen vertreten. Zum einen präsentierte er Forschungsergebnisse in Zusammenarbeit Meraj Hashemi, M.Sc. (Doktorand) zum Thema „Multiplicity of infection - how to estimate it and how to design your study?“. Die Arbeit wird von der Hans Seidel-Stiftung sowie dem DAAD gefördert. Das zweite Poster stellte eine internationale Gemeinschaftsarbeit zum Thema „Limited differentiation among P. vivax populations from the Northwest and to the South Pacific Coast of Colombia: a malaria corridor?“ vor, die gemeinsam mit Prof. Maria Pacheco (Temple University, USA), Nora Céspedes (Institute of Immunology, INMUNO, Cali, Kolumbien),  Dr. Sócrates Herrera (Institute of Immunology, INMUNO, Cali, Kolumbien), Dr. Myriam Arévalo-Herrera (Universidad del Valle, Cali, Kolumbien) und Ananias A. Escalante (Temple University, USA) entstand.

Als besondere Auszeichnung wurde Prof. Schneider am Rande der ASTMH 2018 Konferenz von Venkatachalam Udhayakumar, PhD (Centers of Disease Control and Prevention, USA) zum alljährlichen Treffen von PARMA (PMI-supported Antimalarial Resistance Monitoring in Africa) eingeladen. Die President’s Malaria Initiative PMI ist ein im Jahr 2005 vom US Präsidenten George W. Bush in die Welt gesetzes Programm der US-Regierung mit dem Ziel malariabedingte Todesfälle radikal zu senken. Das PARMA Treffen fand im Penthouse des New Orleas Marriott Hotels statt.

“Die SATMH Konferenz ist eine phantastische Gelegenheit wissenschaftliche Allianzen zu schmieden und sich fachlich auszutauschen. Es ist schön, das die Forschung, die wir hier in Mittweida betreiben, von der wichtigsten Gesundheitsbehörde für Infektionskrankheiten in den USA geschätzt wird. Das zeigt wie relevant unsere Forschung hier ist! Die Einladung zum PARMA Treffen ist eine ganz besondere Auszeichnung!”  freute sich Prof. Schneider nach seinem Konferenz-Besuch.

Nachtrag: Bei einem Zwischenstopp an der heimatlichen Hochschule gewann Prof. Kristan Schneider den Science Slam am 25. Oktober 2018 mit seinem Beitrag, dazu unseren herzlichen Glückwunsch!

Text: Prof. Kristan Schneider, Annett Kober