Fokus Forschung: Kommunikation und Energie - an aktuellen Themen international forschen

18.01.2016, 10:00

Zwei Nachwuchswissenschaftler der Hochschule Mittweida waren im vergangenen Jahr zu Forschungsaufenthalten an der University of British Columbia (UBC) im kanadischen Vancouver.

English translation can be found at the bottom of the page

Im Januar 2015 reiste Matthias Gay M.Sc. für drei Monate nach Vancouver, um  im Rahmen seiner Promotion „Untersuchung und Entwurf von Empfangsverfahren für Broadcast Systeme auf SDR Plattformen“ in der  Data Communications Research Group der Fakultät für  Electrical and Computer Engineering  zu forschen. Ihm folgte im Sommer  Martin Kürbis B.Sc. für einen dreimonatigen Aufenthalt im Rahmen seines Masterstudiums.

Die UBC ist mit ca. 60 000 Studenten an zwei Standorten (Vancouver und Okanagan) im Westen Kanadas eine der größten Universitäten Kanadas. Obwohl die Einrichtung mit dem Leitspruch „A Place of Mind“ erst kürzlich ihr 100 jähriges Jubiläum feierte, hat sie sich in dieser Zeit zu einer der international forschungsstärksten Institutionen entwickelt und ist konstant unter den weltweit besten 40 Universitäten angesiedelt. Entsprechend erfreulich war es für die beiden Mittweidaer Studenten, die Chance zu nutzen, an der UBC an Forschungsprojekten im Bereich der Kommunikationstechnik mitzuwirken.

Der Aufenthalt von Matthias Gay stand im Fokus der sogenannten Power-Line-Communication. Hier wurden Möglichkeiten untersucht, die bereits vorhandenen Ressourcen des Energienetzes neben der Energieübertragung auch zur Informationsübertragung zu nutzen. Dies ist erforderlich, um die Entwicklung des sogenannten Smart-Grids voranzutreiben, der zum Beispiel die effizientere Einbindung von erneuerbaren Energien in das bestehende Energiesystem ermöglicht.

Im Forschungsprojekt von Martin Kürbis lag der Schwerpunkt auf dem hochaktuellen und äußerst forschungsintensiven Gebiet der Entwicklung von Kommunikationsnetzen der 5. Generation. Hier ging es konkret um die Verbesserung von drahtlosen Kommunikationstechniken, die in den bekannten Mobilfunknetzen zum Einsatz kommen. Angefangen bei Geräten im sogenannten Smart-Home, über die Vernetzung der Industriegeräte im Zuge von Industrie 4.0 bis hin zur von Augmented Reality-Anwendungen verursachten wachsenden Datenlast spielen leistungsfähige Kommunikationsnetze eine entscheidende Rolle bei der Realisierung der durchgehenden digitalen Vernetzung. Ebenso setzt die Nutzung von autonomen Fahrzeugen in der Praxis ein extrem zuverlässiges Kommunikationsnetz voraus.

Beide Studenten arbeiteten bei ihren Forschungsaufenthalten eng mit Promotionsstudenten  der „Data Communications Research Group“ unter Leitung des deutsch-kanadischen Professors Dr.-Ing. Lutz Lampe zusammen. Durch die gelungene Integration der Austauschstudenten in die bestehende Forschungsgruppe bekamen sie tiefe Einblicke in die Arbeitsweise der Wissenschaftler vor Ort und konnten die gemeinsamen Projekte erfolgreich bearbeiten.  Besonders beeindruckend empfanden Matthias Gay und Martin Kürbis die Kompetenzbreite und Produktivität der kanadischen Forschergruppe. Der Aufenthalt von Martin Kürbis in Kanada wurde vom DAAD über das Programm PROMOS gefördert, einem Programm zur Steigerung der Mobilität von deutschen Studierenden.

Nach diesen guten Erfahrungen ihrer Studenten will die Hochschule Mittweida die Zusammenarbeit mit der UBC auch im Jahr 2016 fortsetzen und ausbauen.

    

Text: Martin Kürbis, Prof. Alexander Lampe, Helmut Hammer
Fotos: privat

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Two students from the University of Applied Sciences Mittweida, Germany, visited the University of British Columbia (UBC) in Vancouver, Canada, to work on research projects.

In January 2015, Matthias Gay, M.Sc., travelled to Vancouver to continue his Ph.D. studies on “Detection methods for broadcast systems on SDR platforms”. He worked for three months as a member of the “Data Communications Group” in the Department of Electrical and Computer Engineering at UBC. Mr. Gay was followed by Martin Kürbis, B.Sc., who also stayed for three months with the same group to conduct research as part of his Master’s program.

With approximately 60,000 students on two campuses (Vancouver and Kelowna) in Western Canada, UBC is one of the largest universities in Canada. UBC, which brands itself as “A Place Of Mind” and only recently celebrated its 100th anniversary, has also established itself as one of the best international research institutions and continuously ranks among the top 40 universities worldwide. It has thus been a great opportunity for the two students from Mittweida to collaborate with students and faculty from UBC on research projects in the field of communication technology.

During his stay, Mr. Gay focused on detection problems for power line communication (PLC) systems. These systems re-use the existing infrastructure for the distribution of electrical energy to also transmit information. One important application of PLC is the support of applications of advanced electricity grids (so-called “smart grids”) such as the integration of renewable energy sources into the existing grid.

The focus of Mr. Kürbis’ research project was the highly topical and research-intensive area of developing cellular communication systems of the 5th generation. Specifically, his research dealt with the use of so-called “massive MIMO” technology to improve wireless communication techniques applied in mobile communication networks.

During their visit both students worked together with Ph.D. students of the  “Data Communications Group” under the supervision of Professor Lutz Lampe. Due to the seamless integration into the local research group, the two students from Germany gained deep insights into research environment and worked successfully on the common projects. They were particularly impressed by the broad expertise and the research productivity of the Canadian research group. Mr. Kürbis’ stay in Canada was supported by the PROMOS program, whose objective is to increase the mobility of German students.

After this great experience of the students from Mittweida, the university is going to continue and even extend the cooperation with UBC in 2016.