Fokus Forschung: Intelligente Zähler intelligent einsetzen

Fokus Forschung: Intelligente Zähler intelligent einsetzen

Wenn es nach der Bundesregierung geht, hat der alte Ferraris-Stromzähler schon bald ausgedient. Im Rahmen der Energiewende sollen ab 2017 stufenweise intelligente Messsysteme in Deutschland eingeführt werden. Das Institut für Energiemanagement (ifem) der Hochschule Mittweida arbeitet in einem Forschungsverbund eng mit der enviaM Gruppe zusammen, um auf den Rollout intelligenter Messsysteme technisch und organisatorisch vorbereitet zu sein.

Der Energieversorger envia Mitteldeutsche Energie AG ist durch den Landkreis Mittelsachsen getourt und hat der regionalen Presse einige seiner Wirkungsfelder vorgestellt. Eine der sechs Stationen der Energiewendetour am 02. Oktober 2015 war die Hochschule Mittweida. Als einzige Hochschule auf der Tour stellten die Mitarbeiter des ifem ihre Forschung aus dem Bereich der intelligenten Messsysteme vor.

Mario Gehre und Heiko Löbel, wissenschaftliche Mitarbeiter des ifem, beobachten das Betriebsverhalten intelligenter Messsysteme unter den in der Praxis herrschenden Netzbedingungen. Ihr Ziel ist es, vor dem Einbau von intelligenten Messsystemen in das Versorgungsnetz eventuelle Schwachstellen aufzudecken und zu beheben. Dazu setzen sie die intelligenten Messsysteme im neuen Prüflabor der Hochschule Mittweida den in der Praxis herrschenden Netzbedingungen aus. Die Prüfergebnisse sind für Netzbetreiber eine wichtige Hilfestellung bei der richtigen Auswahl der auf dem Markt befindlichen intelligenten Messsysteme. Sie tragen zudem zu einem stabilen Betrieb der intelligenten Messsysteme bei.

Bert Schusser, Akademischer Assistent Energiewirtschaft der Hochschule Mittweida, arbeitet an einem weiteren Forschungsschwerpunkt, der Entwicklung eines ganzheitlichen Qualitätsmanagementkonzeptes für den Rollout intelligenter Messsysteme. Das Konzept beginnt bei der Herstellung von Messsystemen und endet mit deren Entsorgung. Dazu werden neue Prozesse für den Umgang mit digitalen Zählern erstellt. Die aktuellen Prozesse werden auf diese neuen Anforderungen hin untersucht.
Wesentlicher Unterschied von intelligenten Zählern, im Vergleich zum herkömmlichen Ferraris Zähler, ist die Kommunikationseinheit - das Gateway. Sie ermöglicht es, wichtige Daten zu erfassen und an die Netzbetreiber zu übertragen. Diese Daten werden genutzt um die Planung und Betriebsführung des Stromnetzes effizienter und effektiver zu gestalten. Auch die Verbraucher können von der neuen Technik profitieren. Sie erhalten einen genauen Überblick über ihren Stromverbrauch, den dadurch erzeugten CO2-Ausstoß und ihre Stromkosten. So tritt der momentane Energieverbrauch stärker in das Bewusstsein der Verbraucher, was zum Energiesparen anregt.
Die Entwicklung intelligenter Messsysteme für die enviaM wird in einem Forschungsverbund durchgeführt. Die Hochschule Mittweida arbeitet an den beiden oben genannten Teilbereichen. Je ein weiterer Bereich fällt den Hochschulen Anhalt (Köthen) und Merseburg zu.

Link zum Institut: www.ifem-mittweida.de

Text: Kerstin Strangfeld