Fokus Forschung: GAP - neue Nachwuchsforschergruppe an der Hochschule Mittweida

Fokus Forschung: GAP - neue Nachwuchsforschergruppe an der Hochschule Mittweida

In einer mit 700 000 Euro geförderten Studie suchen sächsische Nachwuchswissenschaftler*innen nach den Gründen für die ungleiche Beteiligung an Förderprojekten des Europäischen Sozialfonds (ESF) zwischen den Geschlechtern

Trotz großer Anstrengungen der Hochschulen bei der Frauenförderung setzen deutlich weniger Frauen als Männer ihre begonnenen Qualifikationen für eine Wissenschaftskarriere langfristig fort. Auch die Beteiligung von Frauen an den vom ESF im Hochschulbereich geförderten sächsischen Projekten spiegelt diese Situation wider, heißt es in einer Mitteilung der Sächsischen Staatskanzlei. So wurden 2014 bis 2020 rund zwei Drittel Männer, aber nur ein Drittel Frauen unterstützt.

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: „Insgesamt beobachten wir, dass der Anteil von Frauen am Ausbildungsprozess der Hochschulen immer weiter abnimmt, je höher die Abschlüsse werden.“

In den kommenden zwei Jahren geht nun eine ESF-finanzierte Nachwuchsforschungsgruppe mit dem Projekt „GAP –GENDERANTEILE in ESF-Projekten Hochschule und Forschung“ folgenden Fragen nach: Wo liegen die Gründe für die ungleiche Geschlechterverteilung innerhalb der ESF-Programme in der Förderperiode 2014 bis 2020, wo sind die Ursachen innerhalb des Systems der Hochschulen zu finden und wie können Handlungsempfehlungen für den Abbau der ermittelten Ursachen innerhalb der Hochschulen und bei Förderprogrammen lauten?

Für die Nachwuchsforschungsgruppe haben die Technischen Universitäten Dresden, Chemnitz und Freiberg sowie die Hochschulen Mittweida und Zittau-Görlitz ESF-geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entsandt, die interdisziplinär arbeiten. Auch andere sächsische Hochschulen, die von ESF-Mitteln profitieren, haben ihre Mitwirkung zugesagt.

An der Hochschule Mittweida leitet Prof. Dr. phil. Ramona Kusche das Teilvorhaben an der Hochschule Mittweida und freut sich über die „Möglichkeiten qualitative und quantitative Untersuchungen mit der neuen Nachwuchsforscherin Christina Madry im Forschungsfeld der Geschlechtergerechtigkeit durchführen zu können.“

Quelle: Sächsische Staatskanzlei