Fokus Forschung: Zuwachs bei Saxony5

Fokus Forschung: Zuwachs bei Saxony5

Co-Creation-Lab (CCL) „Künstliche Intelligenz“ verstärkt das Transferangebot

„Wissensströme intelligent vernetzen“, unter diesem Motto bündeln die fünf sächsischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) seit Januar 2018 ihre Kompetenzen und Ressourcen aus ihren Forschungsbereichen im Transferverbund Saxony5. Die Wissenschaftler:innen der Hochschulen in Dresden, Leipzig, Mittweida, Zittau/Görlitz und Zwickau arbeiten dabei standortübergreifend und interdisziplinär mit Anwendern in Unternehmen etc. in sogenannten Co-Creation-Labs (CCL) zu markt- und gesellschaftsrelevanten Top-Themen zusammen.

Zum 01. Januar 2021 verstärkt ein weiteres CCL das Spektrum der anwendungsorientierten Forschung. Im CCL „Künstliche Intelligenz“ (KI) wollen die Hochschulen zukünftig neben der Bearbeitung fachspezifischer Vorhaben auch gemeinsame Formate entwickeln, um das Themengebiet der KI aus verschiedenen Perspektiven darzustellen und Chancen und Möglichkeiten, aber auch Risiken und Gefahren von KI in allen Arbeits- und Lebensbereichen aufzuzeigen. Genutzt werden soll das Transferangebot vor allem von sächsischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, es steht aber auch der Bevölkerung sowie interessierten Unternehmen aus dem Bundesgebiet zur Verfügung.

Das Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) beschäftigt derzeitig als Querschnittsthema eine Vielzahl von Forschungsgebieten und Technologien. Wissenschaftler:innen versuchen menschliche Wahrnehmung und menschliches Handeln durch intelligente Maschinen zu unterstützen. KI ist heute mehr als das Entwickeln von Algorithmen. Die Forschung konzentriert sich daher primär auf konkrete Teilbereiche, wie z. B. wissensbasierte Systeme, Musteranalyse und Mustererkennung, Mustervorhersage, Robotik, Autonome Systeme und Künstliches Leben (Artificial life, AL). Dies betrifft auch die Digitalisierung von bislang immer noch analogen Prozessen und Abläufen. Maschinelle Unterstützungssysteme und intelligente computerbasierte Agenten bieten hier die Möglichkeit, den Menschen von Standardaufgaben zu entlasten und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Hierzu ist ein ständiger Austausch und die Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Disziplinen erforderlich.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Mahn, Prorektor Forschung und Projektleiter von Saxony5 an der Hochschule Mittweida, freut sich ganz besonders, dass seine Hochschule die Leitung für die Umsetzung des CCL übernommen hat. „Mit Prof. Dr. rer. nat. Marc Ritter, Inhaber der Professur Medieninformatik in der Fakultät Angewandte Computer und Biowissenschaften konnten wir einen versierten und erfahrenen Kollegen für die Umsetzung der KI-basierten Forschungs- und Transferaktivitäten im CCL gewinnen. Der an der Hochschule Mittweida vorhandene Fahrsimulator und das zugehörige Game- und KI-Labor, in dem die Entwicklung und Erprobung von neuen Konzepten und Produkten unter der Verwendung von unterschiedlichsten KI-Anwendungen und auch das Monitoring menschlicher Aktionen und Reaktionen ermöglicht wird, stellen dabei nur einige von vielen Kernkompetenzen dar.“ so Prof. Mahn.

Von der HTW Dresden wird Prof. Dr.-Ing. habil. Wolfgang Oertel, Professor für Computergrafik am CCL beteiligt sein. Seine Forschungsschwerpunkte an der HTW Dresden liegen insbesondere auf den Gebieten der Computergrafik sowie der wissenschaftlich-technischen Visualisierung sowie Modellierung.

Prof. Dr.-Ing. Jörg Lässig, Professor für die Entwicklung von Unternehmensanwendungen und Leiter des Fachbereichs Informatik an der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) wird ebenfalls seine Forschungskompetenzen in das neue Co-Creation Lab einbringen. Wichtige Anwendungsfelder von Künstlicher Intelligenz sind an der HSZG besonders die Bereiche Gesundheit und Pflege sowie Arbeitswelt 4.0.

Die HTWK Leipzig wird durch Herrn Prof. Dr.-Ing. Jens Jäkel, Leiter des Fachgebietes Systemtheorie und Mechatronik sowie Prof. Dr.-Ing. Andreas Pretschner, Professor für Prozessinformatik und -leittechnik, vertreten sein. Der Anwendungsfokus liegt dabei auf dem Maschinellen Lernen, der Bildverarbeitung und Robotik.

Prof. Dr. rer. nat. Mike Espig, Professor für Mathematik an der Westsächsischen Hochschule Zwickau ergänzt mit seinen Kompetenzen in den Feldern Mathematik, Analysis und Numerik das Angebots-Spektrum im CCL.

Der Transferverbund begrüßt das neue CCL herzlich im Verbund und wünscht den Wissenschaftler:innen viel Erfolg sowie zahlreiche gelungene Transferprojekte.

Das CCL-Team wird sich im Januar 2021 zum virtuellen Kick-off treffen. Geplante Veranstaltungen sowie weitere Informationen zum CCL und dem Verbundvorhaben sind demnächst auf der Webseite www.saxony5.de zu finden.

Kontakt: Prof. Dr. rer. nat. Marc Ritter

Text: Hochschule Mittweida