Wir verwenden Cookies, um unsere Website zu analysieren und zu verbessern. Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Fokus Forschung: MiHUBx: Ein digitales Ökosystem für Forschung, Diagnostik und Therapie

Fokus Forschung: MiHUBx: Ein digitales Ökosystem für Forschung, Diagnostik und Therapie

Forschung, Forschungsprojekte

Mittweidaer Institute for Computer Science and Media in Research and Transfer an einem von sechs regionalen Knotenpunkten digitaler Medizininfrastruktur beteiligt

Viele verschiedene Akteure und Initiativen der Gesundheitsforschung und -versorgung miteinander zu einem nachhaltigen, wachstumsfähigen System zu vernetzen, ist das Ziel des Digitalen FortschrittsHubs MiHUBx.

Gute Ideen und engagierte, innovative Projekte zur Gesundheitsversorgung gibt es in Sachsen reichlich: Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden über 70 von ihnen von der öffentlichen Hand gefördert. Bisher haben die Projekte jedoch individuell – beispielsweise in Bezug auf eine bestimmte Krankheit oder einen speziellen Bereich – untersucht, wie sich die Patientenversorgung durch sektorübergreifende und telemedizinische Projekte verbessern lässt. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Digitalen Fortschrittshub MiHUBx (Medical Informatics Hub in Saxony) wird nun eine unterstützende Infrastruktur geschaffen, die zukünftig die Akteure des Gesundheitswesens besser vernetzen will. Dabei soll eine sektorübergreifende und dienstleistungsbezogene Infrastruktur entwickelt und implementiert werden, die eine effiziente Zusammenarbeit von verschiedenen Gesundheitsdienstleistern, Patient:innen und anderen Organisationen ermöglicht. Die Umsetzung des Ansatzes kann zu einer signifikanten Steigerung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit beitragen.

Prof. Dr. Marc Ritter, Inhaber der Professur Medieninformatik, und Prof. Dr. Christian Roschke, Inhaber der Professur Digitale Transformation & Angewandte Medieninformatik bearbeiten am an der Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften verorteten Institute for Media and Computer Science in Research and Transfer (CSMRT) wesentliche Aufgabenschwerpunkte des Use Case 1 "Ophthalmology meets Diabetology". Das Ziel der beteiligten Partner besteht darin, computergestützte Therapieentscheidungshilfen für Patient:innen mit ophthalmologischen Erkrankungen zu entwickeln und diese mit neuen Erkenntnissen über die Korrelation zu diabetologischen Erkrankungen zu kombinieren.

Eine Kernaufgabe ist die digitale Integration von medizinischen Partnern aus der Erzgebirgsregion mit dem gesamten Konsortium. Hierzu sollen Patientendaten aus der Diabetologie und der Augenheilkunde akkumuliert und zusammengeführt werden, um so Patientenhistorien durchgängig von der Diabetesdiagnose bis zur diabetischen Augenerkrankung digital abzubilden. Auf dieser Basis sollen prognostizierbare Verläufe von Sehfähigkeit und diabetologischen Profildaten (insbesondere HbA1c) modelliert und Sollbruchstellen im individuellen Therapie- und Medikamentenschema optimiert werden. Dabei werden sowohl regelbasierte Ansätze als auch modernste Algorithmen aus dem Bereich des Deep Learning eingesetzt und evaluiert. Die Ergebnisse werden den medizinischen Partnern als digitale und verteilte Softwarelösung (Software-as-a-Service) zur Verfügung gestellt und in Form eines interaktiven grafischen Demonstrators für die Evaluation im unmittelbaren klinischen Einsatz erschlossen. Als wissenschaftlicher Partner übernimmt die HS Mittweida hierbei Aufgaben rund um die Anwendung und Optimierung von Verfahren zur KI-basierten ophthalmologischen & diabetischen Analyse und Therapievorhersage und zur KI-basierten Datenexploration und -visualisierung.

Geleitet wird der Verbund von Jun.-Prof. Dr. Danny Kowerko von der Juniorprofessur Media Computing der TU Chemnitz und der Chefärztin für Augenheilkunde des Städtischen Klinikums Chemnitz, Prof. Dr. Katrin Engelmann in Kooperation mit Prof. Dr. Peter Schwarz vom Universitätsklinikum Dresden.

Text: Prof. Dr. rer. nat. Marc Ritter
Foto: pixabay