Fokus Forschung: Transfermessen – Erleben statt nur Sehen

Fokus Forschung: Transfermessen – Erleben statt nur Sehen

Forschung, Messen

Rückblick auf die Herbstmessen 2025 und Ausblick auf das Messejahr 2026

Netzgewebe aus Metall
Vernetzt und Besuchermagnet: Detailaufnahme des LHM-Pavillons zur formnext

Die Welt wird digitaler, Meetings finden online statt, Informationen sind jederzeit verfügbar. Brauchen wir da noch Messen? Ja – und mehr denn je und anders. Es geht nicht mehr rein nur um Produkte. Transfermessen sind Orte für Begegnungen und gelebten Transfer.

Gerade bei komplexen Technologien und Forschungsprojekten ist das direkte Gespräch entscheidend. Kooperationen entstehen nicht am Bildschirm, sondern im persönlichen Austausch. Produkte anfassen, Prototypen live erleben, Forschung begreifen – das macht Messen einzigartig und kann durch digitale Formate schwer vermittelt werden.

Ganz in diesem Sinne waren die Forschenden der Hochschule Mittweida im Herbst 2025 auf zahlreichen Messen vertreten, zeigten aktuelle Forschungsthemen, sorgten für positives Aufsehen und stellten die Weichen für neue Kooperationen.

RESTEC – Kooperationsbörse Mittelsachsen Freiberg (09.09.2025)

Hier drehte sich alles um regionale Netzwerke. Die RESTEC bringt regelmäßig Unternehmen, Technologie-Dienstleister, Forschungseinrichtungen und Start-ups zusammen, die an Themen wie Energie- und Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Recycling, Automatisierung, Digitalisierung oder Additiver Fertigung arbeiten. Im Mittelpunkt stehen Lösungen, die ökonomische Effizienz mit ökologischer Verantwortung verbinden. 
René Härtel vom ifem (Institut für Energiemanagement) vertrat die Hochschule Mittweida mit einem Stand und pitchte erfolgreich.

W3+ Fair Jena (24.–25.09.2025)

Die Messe für Optik, Photonik und Hightech war eine gute Plattform für das Laserinstitut Hochschule Mittweida (LHM). Gezeigt wurden neueste Entwicklungen in der Laserbearbeitung und additive Fertigung – vom Mikro- bis zum Makrobereich. Geknüpft wurden Kontakte, auch im Hinblick auf die Mittweidaer Lasertagung.

all about automation Chemnitz (30.09.–01.10.2025)

Automatisierung und Industrie 4.0 standen im Fokus. Nach erfolgreichen Auftritten in den vergangenen Jahren präsentierte sich das Projekt PerspektiveArbeit Lausitz (PAL), vertreten durch die Hochschule Mittweida, erneut in Chemnitz. Publikumsmagnet war diesmal ein kollaborativer Roboter, der beim Kartenspiel Black Jack gegen Messebesucher antrat – gesteuert durch künstliche Intelligenz und moderne Sensorik. Darüber hinaus zeigte PAL aktuelle Forschungsergebnisse zum cobotbasierten Schweißen sowie innovative Wearable-Konzepte zur Erfassung von Belastungsfaktoren in der Arbeitswelt.

hy-fcell Stuttgart (07.–08.10.2025)

Wasserstofftechnologien sind Schlüssel für die Energiewende. Die Fachgruppe Oberflächentechnik der Fakultät Ingenieurwissenschaften präsentierte aktuelle Projekte zur PEM-Elektrolyse. Bei dieser Verfahrensvariante der Wasserspaltung wird eine Trennmembran eingesetzt, die den Austausch von Protonen ermöglicht. Geforscht wird an nanoskaligen Iridium-Katalysatoren, die die Sauerstoffbildung energetisch begünstigen und damit die Zellspannung senken. Dadurch wird der Gesamtenergieverbrauch der Elektrolysezelle gesenkt. So wird die Wasserstoffherstellung ökonomisch attraktiver. Es konnten darüber hinaus wertvolle Kontakte für zukünftige Projekte gewonnen werden.

ISO-GPS News Meeting Chemnitz (11.11.-13.11.2025)

Beim ISO-GPS News Meeting in Chemnitz - einem zentralen Treffpunkt für Geometrische Produktspezifikation und Verifikation - stand der Austausch zu Spezifikation, Prüfung und Fertigungspraxis im Fokus. Die Hochschule Mittweida war mit der Fakultät INW (Fachgruppe Konstruktion) sowie dem Laserinstitut Hochschule Mittweida (LHM) vertreten und präsentierte Mikro-SLM-Ansätze für Raumfahrtanwendungen. Im Mittelpunkt stand ein im Promotionsvorhaben entwickelter, additiv gefertigter Wärmetauscher mit komplexen inneren Strukturen. Doktorand Justus Reuter stellte den im Rahmen seines Promotionsvorhabens entwickelten Wärmetauscher zahlreichen Interessenten vor – von ISO-GPS-Spezifikationsfragen bis zur Verifikation anspruchsvoller Geometrien.

Tonmeistertagung Düsseldorf (12.-15.11.2025)

Die vom Verband Deutscher Tonmeister (VDT) veranstaltete Tonmeistertagung, die aller zwei Jahre stattfindet, ist das deutsche Branchenevent der internationalen Pro-Audio-Szene. Die Tonmeistertagung besteht traditionell aus dem Kongress mit einer Vielzahl von Vorträgen und Workshops und aus der Ausstellung mit ca. 100 Ausstellern auf mehr als 10000 Quadratmetern. Zur Ausstellung gehört auch das Education-Forum, das diesmal mit insgesamt 14 Hochschulen so stark besetzt war wie noch nie. Auf diesem Education-Forum präsentierte die HSMW, vertreten durch die Studenten Jakob Gagelmann und Johannes Katz, sowie Sebastian Stingl M.A. und Professor Michael Hösel, den Studiengang „Audio and Acoustical Engineering“. Große Beachtung beim Fachpublikum fand auch wieder das 3-D-Mikrofonarray, das im Rahmen des „Innovationsvorhaben Profilschärfung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften“ von Sebastian Stingl, Johannes Bergmann und Michael Hösel entwickelt wurde.

formnext Frankfurt (18.–21.11.2025)

Die Leitmesse für additive Fertigung war der krönende Abschluss. Auf einem Gemeinschaftsstand mit Ervin Germany GmbH stellte das Laserinstitut Hochschule Mittweida (LHM) erstmalig auf der Formnext aus und präsentierte seine neueste Entwicklung: LPBF-XXL, also der großformatige laserpulverbettbasierte Metall-3D-Druck (engl. laser powder bed fusion – LPBF). Der Besuchermagnet am Messestand war ein mit dem neuen Verfahren in nur 190 Stunden gefertigter 2,5 m hoher und 450 kg schwerer Pavillon aus Edelstahl mit einem Durchmesser von 2,1 m. Das damit größte pulverbettbasiert gefertigte Metallbauteil auf der Messe sorgte für einen riesigen Andrang und machte die Messeteilnahme zu einem vollen Erfolg.

Pläne für 2026

Auch 2026 stehen einige Messetermine in den Kalendern unserer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Los geht es gleich im März mit der Leipziger Buchmesse und den Veröffentlichungen der Hochschulangehörigen. Im Mai folgen mit der surface Technology und der GPEC-Konferenz zwei Fachmessen für Oberflächen- und Sicherheitstechnologien. Beim Silicon Saxony Day im Juni wird die Hochschule ebenfalls vertreten sein. Bei der EUROBIKE und der aaa – all about automation gehört die Hochschule Mittweida mittlerweile zu den Stammgästen unter den Ausstellern. Der Messekalender wird fortlaufend ergänzt.

„Transfermessen sind für uns Schaufenster und Werkstatt zugleich“, sagt Professor Uwe Mahn, Prorektor Forschung der Hochschule Mittweida. „Hier bringen wir unsere Forschung in den Dialog mit der Praxis und schaffen die Basis für gemeinsame Projekte. Mit über 100 laufenden Drittmittelprojekten pro Jahr und einer starken Transferstrategie ist die Hochschule Mittweida ein verlässlicher Partner für Unternehmen – regional, national und international.“

Alle Informationen zu unseren Transferaktivitäten und zu den geplanten Messen für 2026 finden Sie unter forschung.hs-mittweida.de/messen.

Text: Annett Kober und die Messe-Teams
Bilder: Hochschule Mittweida, wenn nicht anders angegeben