Nein, es ist kein Rechtschreibfehler – HapDig steht für Haptisch-Digital und für ein neues Forschungsprojekt, das seit Dezember 2025 an der Hochschule Mittweida läuft. Mit dem Projekt HapDig starten die Professur Virtuelle Technologien der HSMW unter Leitung von Professor. Philipp Klimant und die Berliner Kreativschmiede Faszinaturen UG eine spannende Machbarkeitsstudie.
Fokus Forschung: Mehr als ein Bauplan – Einrichtungsplanung zum Anfassen
Fokus Forschung: Mehr als ein Bauplan – Einrichtungsplanung zum Anfassen
Projektstart HapDig: Haptisch-digitales Planungstool für die kollaborative Klinik- und Pflegeeinrichtungsplanung
Die Planung von Kliniken und Pflegeeinrichtungen ist komplex – viele Beteiligte, viele Anforderungen, viele Details, unterschiedliche Vorkenntnisse, unterschiedliche Technikaffinität. HapDig soll zeigen, wie ein haptisch-digitales Planungstool diese Prozesse vereinfachen kann, damit Architekten, Planer und Betreiber von Kliniken und Pflegeeinrichtungen gemeinsam effizienter arbeiten können. Welche Anforderungen an Inhalte, Organisation, Gestaltung und Finanzierung müssen erfüllt sein, um ein solches Tool erfolgreich umzusetzen?
Die Idee dahinter ist so kreativ wie spannend:
- 3D-gedruckte Bauteile wie Wände, Räume oder Möbel werden auf dem Tisch platziert.
- Ein Smartphone erkennt die Teile und blendet AR-Informationen ein.
- Änderungen, die am physischen Modell vorgenommen werden, fließen direkt zurück in die digitale Planungssoftware.
Diese haptischen Planungsprozesse, die dem Planen mit Bausteinen ähneln, ermöglichen eine einfache Beteiligung aller und das schnelle Einbringen neuer Ideen. Eine effiziente Planung erfordert jedoch auch eine digitale Komponente, um Ergebnisse für Kostenberechnungen oder virtuelle Begehungen zu nutzen. Ziel ist es, haptische und digitale Ansätze so zu kombinieren, dass die einfache Nutzung der haptischen Planung in den Fokus gestellt wird und gleichzeitig eine digitale Übertragbarkeit möglich ist.
Zukünftig sind dann auch Live-Darstellungen denkbar, die komplexe digitale Abbildungen oder Prozessdarstellungen, wie z.B. den Wegeverlauf eines Notfallpatienten, ermöglichen. Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, die technischen, organisatorischen und gesellschaftlichen Anforderungen zu ermitteln, um diesen innovativen Ansatz erfolgreich umzusetzen. Die HSMW ist im Projekt federführend für die Positionserfassung der 3D-Druckmodelle zuständig sowie für die Überführung und Ausgabe der manipulierbare Layoutpläne. Beide Funktionalitäten sollen später in einer AR-Anwendung realisiert werden.
Das Projekt läuft bis November 2026 und wird durch die IGP-Förderung des BMWK gefördert.
Text: Prof. Philipp Klimant, Dean Müller
Foto: mit KI erstellt