Fokus Forschung: Minecraft und Programmieren zusammengebracht

Fokus Forschung: Minecraft und Programmieren zusammengebracht

Forschung, Messen, Nachwuchsforschung

Max Schlosser stellt mit „Let’s Craft Code!: Wie du deine Minecraft Welt mit Plugins erweiterst“ sein zweites Buch zur Leipziger Buchmesse vor

Männliche Person sitzt lächelnd am Laptop
Schreiben, Forschen, Spielen – Max Schlosser hat immer etwas am Rechner zu tun.

Wenn Max Schlosser ein Buch schreibt, dann ist es keine Broschüre – 400 bis 900 Seiten dürfen es schon sein. Nach dem Standardwerk „Spieleentwicklung mit Unity: Das umfassende Handbuch“ aus dem Rheinwerk Verlag legt er nun nach: Mit „Let’s Craft Code!: Wie du deine Minecraft Welt mit Plugins erweiterst“, ebenfalls bei Rheinwerk erschienen, wendet er sich vor allem an junge Leserinnen und Leser, die Minecraft lieben und selbst programmieren wollen.

Minecraft ist das meistverkaufte Computerspiel. Das Spiel wird außerdem im Bildungsbereich eingesetzt, um beispielsweise Inhalt der Chemie, Informatik und computergestütztes Design zu vermitteln. Im Spiel selbst bewegt man sich in einer würfelförmigen Welt, sammelt Rohstoffe, kämpft gegen Monster und verarbeitet die Rohstoffe zu neuen Gegenständen. Spielende können selbst neue Plugins hinzufügen und genau hier setzt Max Schlossers Buch an. Im Klappentext heißt es: „Erfinde neue Crafting-Rezepte, designe epische Schlachten, modifiziere Monster und Ausrüstungsgegenstände – und lerne ganz nebenbei die Grundlagen der Programmierung in Java. So kannst du Minecraft Schritt für Schritt nach deinen Vorstellungen umgestalten.“

Max Schlosser arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe von Professor Christian Roschke und forscht aktuell an der Erstellung eines Mobilitätsdatensatzes für den Freistaat Sachsen. Im Interview stellt er sich den Fragen zur Motivation, zum Buchinhalt und zum Schreiben.

Wie ist die Idee zu diesem Buch entstanden?

Minecraft hat mich schon als Kind begeistert und hat mir selbst den Einstieg in die Programmierung eröffnet. Ich habe meine ersten eigenen Plugins programmiert und darüber meine Liebe zum Coden entdeckt. In diesem Sinne ist dieses Buch eine Hommage an „den Funken“, der bei mir das Feuer für meine bis heute andauernde Liebe zur Informatik entfacht hat. Diesen möchte ich gern an so viele Menschen wie nur möglich weitergeben.

Gab es Inhalte, die es am Ende nicht ins Buch geschafft haben? Was passiert mit diesen?

Ja, leider kann man nie alle Ideen, die möglich sind, zu 100% abdecken, doch das soll das Buch auch gar nicht. Hier ist die Kreativität aller Leserinnen und Leser gefragt und deshalb soll das Buch eher alle wichtigen Basics an die Hand geben, damit man danach eigene Ideen umsetzen kann. Und noch besser: Es erlaubt auch, dass man sich weiterführende Themen ganz selbstständig aneignen kann.

Bist du eher Planer oder schreibst du „drauflos“?

Von beidem ein wenig. Dem Buch selbst ging zwar eine intensive Planungsphase voraus, doch manches davon wird beim Schreiben auch wieder verworfen, umsortiert oder ergänzt. Grundlegend lasse da meist meine Gedanken und die grundlegende Motivation treiben und das Buch schreibt sich an manchen Tagen wie von selbst. Ich denke, „planvoller Chaot“ würde es ganz gut treffen.

Wie wichtig ist dir der Praxisbezug im Vergleich zur Theorie?

Mir ist die Praxis besonders wichtig, so war es auch bei meinem ersten Buch. Grundlegende Divise ist da: „So viel Theorie wie nötig, so viel Praxis wie möglich“. Das spiegelt sich auch im neuen Buch in zahlreichen handgecrafteten Übungen und Möglichkeiten zur Erweiterung der Plugins, die man gemeinsam mit mir entwickelt, wider. Was bei Minecraft besonders schön ist: Die manchmal trockene Theorie der Programmier-Grundlagen wird immer direkt mit dem Spiel verknüpft. Statt einer langweiligen Textausgabe fliegt also plötzlich ein Monster 100 Blöcke in die Luft oder es erscheint ein magisches Schwert, das Feuerbälle verschießen kann.

Wie waren die ersten Reaktionen auf das Buch?

Das freut mich besonders, sie waren sehr positiv. Während die ersten Rezensenten aus meinem Freundes- und Kollegenkreis schon sehr lobend waren, gibt es jetzt auch erste Reaktionen aus der Community. Es freut mich zu hören, dass genau das, was ich mit dem Buch beabsichtigt habe, scheinbar tatsächlich funktioniert. So muss sich Thomas Edison gefühlt haben, als seine erste Glühbirne geleuchtet hat.

Gibt es schon Ideen für weitere Projekte?

Jetzt heißt es erstmal, voller Fokus auf meine Dissertation. Wer mich kennt weiß aber: Für mich wird es niemals „das letzte“ Projekt geben, nur „das nächste“.

Fakten

Die Bücher von Max Schlosser sind beim Rheinwerk Verlag erschienen.
Link: https://www.rheinwerk-verlag.de/lets-craft-code-wie-du-deine-minecraft-welt-mit-plugins-erweiterst/autor/

Auf der Leipziger Buchmesse stellt Max Schlosser sein Buch in der #buchbar unter dem Motto #Jung sein am 21. März 2026 von 12:15 Uhr bis 13:30 Uhr in Halle 4 Stand F 200 vor. Link: https://www.leipziger-buchmesse.de/pco/de/buchmesse/699429dc152875d38d0c0a88

Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und verbindet Leser:innen, Autor:innen, Verlage und Medien – nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Sie alle kommen nach Leipzig, um die Vielfalt der Literatur zu erleben, Novitäten zu entdecken und neue Blickwinkel zu erhalten. 
Die Leipziger Buchmesse findet im Verbund mit der Manga Comic Con und dem Lesefestival Leipzig liest vom 19. bis 22. März 2026 statt. 
Weitere Informationen zur Messe gibt es unter folgendem Link: https://www.leipziger-buchmesse.de/de/

Die Hochschule Mittweida stellt sich mit den Publikationen der HSMW-Angehörigen am Stand D307 in Halle 2 vor.

Die Fragen stellte Annett Kober. 
Foto: privat