Von Varroresistenz über Wildbienengesundheit bis zum digitalen Bienenstock: Forschende und Studierende der Hochschule Mittweida präsentierten ihre Arbeiten bei der 73. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e. V. in Braunschweig – und stießen auf großes Interesse.
Mitstreiter:innen gesucht
Das Team Mittweida zur Jahrestagung: Tom Schmidt, Röbbe Wünschiers, Scott Dombrowe und Pascal Hahn (v.l.)
Braunschweig wurde Ende März zum Treffpunkt der europäischen Bienenforschung – und die Hochschule Mittweida war mittendrin. Auf Einladung des Instituts für Bienenschutz des Julius Kühn-Instituts (JKI) nahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Mittweida an der 73. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e. V. vom 24. bis 26. März teil.
Rund 160 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung aus mehreren europäischen Ländern kamen zum fachlichen Austausch zusammen. Zu den Gästen zählten unter anderem JKI-Präsident Professor Frank Ordon, Vertreter des Deutschen Imkerbundes und des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes sowie Repräsentanten aus Bundes- und Kommunalpolitik. Die Tagung gilt als eine der zentralen Fachveranstaltungen der Bienenforschung in Deutschland.
Starke Beiträge made @HSMW
Für die Hochschule Mittweida stellten Professor Röbbe Wünschiers und sein Doktorand Tom Schmidt (Fakultät Computer- und Biowissenschaften) sowie Doktorand Scott Dombrowe mit Student Pascal Hahn (Fakultät Ingenieurwissenschaften) ihre aktuellen Projekte vor. Inhaltlich reichten die Themen von Wildbienengesundheit über genetische Grundlagen der Varroamilben-Resistenz bis hin zum interdisziplinären Smart-Hive-Projekt.
Begleitet wurde das Vortragsprogramm von insgesamt rund 60 wissenschaftlichen Postern, drei davon aus Mittweida. Besonders für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bot die Tagung eine wertvolle Plattform, um eigene Forschungsarbeiten vorzustellen und sich international zu vernetzen.
Varroaresistenz, Wildbienen und smarte Bienenstöcke
Im Fokus der kooperativen Promotion von Tom Schmidt steht die genetische Untersuchung der Varroaresistenz in Buckfast-Honigbienen. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband Sachsen für Varroaresistenzzucht e. V., der bereits seit 2018 an widerstandsfähigen Bienenvölkern züchtet, werden molekulare Marker identifiziert und validiert. Ziel ist es, langfristig auf chemische Behandlungen verzichten zu können.
Professor Röbbe Wünschiers präsentierte aktuelle Ergebnisse aus der Promotionsarbeit von Lisa Prudnikow, die untersucht, wie Betriebsweisen und Landschaftsstrukturen die Gesundheit von Solitärbienen in sächsischen Obstplantagen beeinflussen.
Einen Blick in die Zukunft der Imkerei bot das Smart-Hive-Projekt, vorgestellt von Pascal Hahn und Scott Dombrowe. Das Projekt entstand im vergangenen Jahr im Rahmen der Campus-Imkerei im Innovationslabor (InnoLab) der Hochschule Mittweida. Mithilfe von Sensorik, Laboranalysen und maschineller Datenauswertung sollen Umwelt- und Stockdaten verknüpft werden – mit dem Ziel, Einflüsse auf Bienenvölker ganzheitlich zu verstehen und künftig besser vorhersagen zu können. Dass das noch junge Projekt bereits zur Präsentation auf einer der wichtigsten Fachtagungen eingeladen wurde, unterstreicht sein Forschungspotenzial und die hohe Aktualität.
Tom Schmidt (Bildmitte) präsentiert seine aktuelle Bienenforschung
Röbbe Wünschiers zeigt aktuelle Forschung zu Solitärbienen
Pascal Hahn und Scott Dombrowe (v.l.)stellen das Smart Hive-Projekt an der Hochschule Mittweida vor
Austausch, Jubiläum und Ausblick
Abgerundet wurde die Jahrestagung durch eine festliche Abendveranstaltung anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Instituts für Bienenschutz sowie durch kulturelle Exkursionen in Braunschweig. Insgesamt zeigte die Tagung eindrucksvoll, wie wichtig interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit für den Schutz von Bienen und die Weiterentwicklung der Forschung ist.
Smart-Hive: Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Das interdisziplinär arbeitende Smart-Hive-Team sucht weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus allen Bereichen der Hochschule. Interessierte können sich direkt bei Scott Dombrowe melden.
Auch die Campus-Imkerei geht weiter: Aufgrund des großen positiven Zuspruchs wird sie 2026 fortgeführt und erweitert. Wer nicht mehr benötigte Imkereiausrüstung abgeben möchte – gern kostenlos oder „für einen schmalen Taler“ – ist herzlich eingeladen, sich ebenfalls zu melden. Honigvorbestellungen nimmt die Hochschulkommunikation entgegen.
Und für alle, die es ganz genau wissen wollen: Die Campus-Wildbienen stechen nicht.
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