Fokus Forschung: Länderübergreifende Forschung und Qualifikation verbunden

Fokus Forschung: Länderübergreifende Forschung und Qualifikation verbunden

Forschung, Nachwuchsforschung

Gastpromovend aus Rom verbindet an der HSMW unterschiedliche Werkstoffe. Zwei Wissenschaftler:innen der HSMW verbinden seine Betreuung mit der eigenen didaktischen Weiterqualifikation.

Eine männliche Person in einem Labor hält fröhlich lächelnd zwei streifenförmige Werkstoffproben in Richtung Kamera. Auf dem Tisch vor ihm liegen Kartons mit weiteren Proben.
Alfio Scuderi aus Rom forscht in Mittweida an leichten und gleichzeitig hochbelastbaren Bauteilen.

Aufenthalte internationaler Wissenschaftler:innen an Partnerhochschulen gehören zum akademischen Alltag auch an der Hochschule Mittweida (HSMW). Im Fokus stehen dabei regelmäßig zwei Aspekte: die gemeinsame Arbeit am Projekt selbst und die interkulturelle Begegnung.

Im Fall des Italieners Alfio Scuderi, von September 2025 bis Februar 2026 zu Gast an der HSMW, kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: die Betreuung eines Nachwuchswissenschaftlers durch Kolleg:innen an der Hochschule Mittweida, die selbst auf dem Weg zur Professur sind.

Dr. Flaviana Tagliaferri und Dr. Hagen Bankwitz von der Fakultät INW nehmen beide am hochschulinternen Qualifizierungsprogramm NextGen teil. Im vergangenen Wintersemester betreuten die beiden den Doktoranden Alfio Scuderi von der Università Niccolò Cusano in Rom in seinem Forschungssemester an der HSMW. Das fachübergreifende Netzwerk von NextGen an der HSMW konnte die Kooperation unkompliziert initiieren.

Scuderi beschäftigt sich mit additiver Fertigung mittels Verstärkung durch unidirektionale Fasertapes (UD-Tapes). Ziel ist, die Festigkeit und Steifigkeit von Bauteilen zu erhöhen, die aus einer besonderen Kombination von 3D-Druck mit UD-Tapes auf thermoplastischer Basis bestehen.

Die Herausforderung bei der Herstellung ist, auf die gedruckten Strukturen das Tape haltbar aufzubringen. Die Schicht sorgt dafür, dass die Bauteile hochbelastbar werden, dabei gleichzeitig leicht und flexibel bleiben.

Eingesetzt werden sie zum Beispiel für Fahrradkomponenten wie Rahmenknoten oder Hinterradschwingen oder zur Verstärkung von 3D-gedruckten Strukturen. An der HSMW nutze Scuderi die dortigen Möglichkeiten im Labor, um Probekörper herzustellen und in Drei-Punkt-Biegeversuchen intensiv zu testen.

Scuderi über seine Zeit an der HSMW: 
„At Mittweida University, I was able to make use of resources that aren’t available to me at my university in Rome. The months I spent in Mittweida have been instrumental in advancing my research work."
 
(„An der HSMW habe ich Ressourcen nutzen können, die mir an meiner Universität in Rom nicht zur Verfügung stehen. Die Monate in Mittweida haben mich in meiner Arbeit entscheidend weitergebracht."

Nicht nur für Scuderi war der Aufenthalt ein Gewinn. Dr. Tagliaferri sagt: „Von der gemeinsamen Betreuung haben auch mein Kollege Dr. Bankwitz und ich profitiert – und das sowohl fachlich als auch im Blick auf unsere didaktische Qualifikation.“

Die Zusammenarbeit war mit dem Aufenthalt nicht zu Ende. Scuderi und seine Mittweidaer Kolleg:innen haben eine gemeinsame wissenschaftliche Publikation zur Sicherung und Verbreitung der erzielten Ergebnisse erarbeitet. Der Italiener soll nicht der einzige internationale Nachwuchswissenschaftler bleiben, den die HSMW bei der Promotion unterstützt.

Weitere Informationen zum hochschulinternen Qualifizierungsprogramm
 NextGen

Text: Dr. Hagen Bankwitz, Helmut Hammer
Fotos: Helmut Hammer