Wie fühlt sich moderne Fertigung eigentlich jenseits des Hörsaals an? Wie wird aus einer digitalen Konstruktion ein funktionales Bauteil in der Praxis? Antworten darauf gab es für Studierende der Hochschule Mittweida bei einer Exkursion zur Gläsernen 3D-Fabrik in Leipzig. Im Rahmen des Moduls Funktionsgerechte Konstruktion für 3D-Druck ging es gemeinsam mit Professor Jörg Matthes und zwei Mitarbeitenden aus der Fakultät INW direkt dorthin, wo aus digitalen Entwürfen reale Bauteile werden.
Vor Ort tauchten die sieben teilnehmenden Studierenden in die Welt industrieller 3D-Drucktechnologien ein. Gezeigt wurden unter anderem Multi Jet Fusion (MJF) auf HP-Anlagen, Selektives Lasersintern (SLS) auf EOS-Systemen sowie das Selective Laser Melting (SLM). Ergänzt wurde das Portfolio durch Verfahren wie SLA und FDM. Dabei wurde deutlich: Erfolgreicher 3D-Druck beginnt nicht erst bei der Anlage zur Produktion, sondern bereits bei der richtigen Konstruktion.
Ein besonderes Highlight war das Wiedersehen mit einem Absolventen der HSMW der Physikalischen Technik mit Schwerpunkt 3D-Druck. Heute arbeitet er an einer SLM-Anlage in der Gläsernen 3D-Fabrik – genau in dem Bereich, den er bereits während seines Studiums am Laserinstitut Hochschule Mittweida kennengelernt hat. Sein Werdegang zeigt, wie praxisnah die Ausbildung an der HSMW ist: Das im Studium erworbene Know-how ließ sich nahtlos in den Berufsalltag übertragen.
Die Exkursion machte einmal mehr deutlich, was das Studium in Mittweida auszeichnet: die enge Verbindung von Theorie und Praxis. Ob im Labor, in Projekten oder bei Exkursionen – Studierende sammeln früh wertvolle Erfahrungen und knüpfen Kontakte, die den Einstieg in die Industrie erleichtern.
Text und Bild: Claudius Petzold