Wissens- und Technologietransfer

Für die Hochschule Mittweida besitzt der Wissens- und Technologietransfer einen hohen Stellenwert, insbesondere durch den Anspruch nationale und internationale Kooperationen zu etablieren und gleichzeitig Verantwortung für die regionale Entwicklung zu übernehmen. Die Hochschule Mittweida hat folgende vier strategische Handlungsfelder im Wissens- und Technologietransfer definiert:

1. Transfer über Kooperationen

Anwendungsorientierte FuE-Projekte mit Unternehmen sind der wichtigste Transferkanal der Forschung. An der Hochschule Mittweida laufen seit einigen Jahren mehr als 100 Drittmittelprojekte pro Jahr. Die Drittmitteleinnahmen beliefen sich im Jahr 2017 auf 8,7 Mio. Euro. Der Durchschnitt der Drittmitteleinnahmen pro Professor/Professorin stieg auf 78.000 EUR und beträgt somit knapp das 2,5-fache des Bundesdurchschnitts von 32.400 EUR für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Ca. ein Drittel der Projekte an der Hochschule Mittweida sind dem wirtschaftlichen Bereich der Auftragsforschung und der Forschungsdienstleistungen zu zuordnen. Dazu besteht für Unternehmen und Institutionen die Möglichkeit zur Nutzung von Laboren und Geräten der Hochschule Mittweida. Die Hochschule Mittweida verfügt über drei zentrale wissenschaftliche Einrichtungen, 8 In-Institute sowie eine Vielzahl von Kooperationspartnern in Forschung und Lehre. Die hochschulnahen Institute stellen eine ideale Plattform zur Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und der Industrie dar.

Neben den anwendungsorientierten FuE-Projekten führt die Hochschule Mittweida derzeit vier Transferprojekte durch, um das Transferpotential der Hochschule zu identifizieren sowie die Transferaktivitäten der Hochschule nachhaltig zu fördern:

Innovative Hochschule - Saxony5

In der Strategie zum Verbundprojekt Innovative Hochschule - Saxony5 wurde ein Katalog von sieben anspruchsvollen Maßnahmenbereichen definiert, der in 14 Teilvorhaben umgesetzt werden soll. Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier.

Intensivierung des FuE-Transfers an der Hochschule Mittweida (HSMW-Transfer)

Das Gesamtziel des Vorhabens besteht darin, den FuE-Transfer an der Hochschule Mittweida nachhaltig zu stärken. Dazu gehört die systematische Aufbereitung von technologischen Wissens und Verfahren. Insbesondere die von der Hochschule gehaltenen Patente sollen dazu bewertet und aufbereitet werden. Daneben soll der Transferassistent Verbindungen zu den potenziellen Firmen, insbesondere im Freistaat Sachsen, aufnehmen und diesen in geeigneter Form aufbereitete Forschungsergebnisse vorstellen. Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier.

Transfer der Verfahren zur Laserpulsabscheidung von dünnen Schichten und zur Lasermikrostrukturierung in die industrielle Produktion (TraLaSchiMi)

Das Gesamtziel des Vorhabens besteht darin, den Transfer der im Laserinstitut Hochschule Mittweida entwickelten neuartigen Verfahren zur PLD-Schichtabscheidung und zur Lasermikrostrukturierung in die industrielle Produktion vorzubereiten und voranzutreiben.

Verstärkung und Verstetigung des Wissens- und Technologietransfers im Bereich Ressourceneffizienz und Prozessoptimierung von der Hochschule in die Wirtschaft

Das Gesamtziel des Vorhabens besteht darin, den FuE-Transfer an der Hochschule Mittweida im Bereich Ressourceneffizienz und Prozessoptimierung nachhaltig zu stärken. Dazu gehört die systematische Aufbereitung von technologischen Wissens und Verfahren. Daneben soll der Transferassistent Verbindungen zu den potenziellen Firmen, insbesondere im Freistaat Sachsen, aufnehmen und die in geeigneter Form aufbereiteten Forschungsergebnisse vorstellen.

2. Transfer über Köpfe

Ein anspruchsvoller Ansatz Transfer über Köpfe zu erreichen sind industriefinanzierte Stiftungsprofessoren. Im Jahr 2011 gelang die Finanzierung einer solchen im Bereich Lasertechnik, 2018 folgte die Zweite im Bereich Lasertechnologien. Weitere Stiftungsprofessuren wurden an der Fakultät Computer- und Biowissenschaften sowie der Fakultät Soziale Arbeit geschaffen. Weitere Bestrebungen Stiftungsprofessuren zu etablieren, sollen vor dem Hintergrund des Wissens- und Praxistransfers sowie der im Vergleich geringen Personalstärke an der Hochschule intensiviert werden.

Ebenfalls einen hohen Stellenwert für den Wissensschafts-/Praxistransfer besitzen die kooperativen Promotionsverfahren. Diese werden beispielsweise mit Einrichtungen wie der TU Dresden, TU Bergakademie Freiberg, TU Chemnitz, TU Ilmenau, Universität Leipzig betreut.

Als Hochschule der Angewandten Wissenschaften besitzen Praktika und Praxissemester in den Studiengängen einen wichtigen Anteil (87% der Studenten an sächsischen HAWs absolvieren ein solches, Quelle: Studium und Berufseinstieg – Ergebnisse der zweiten sächsischen Absolventenstudie 2014, Dresden). So erfolgt ein intensiver Wissenschafts-/Praxistransfer schon während der Studienphase.

3. Transfer über Ausgründungen und Schutzrechte

Gründungen werden an der Hochschule Mittweida als der effektivste Weg des Wissens- und Technologietransfers verstanden, sie versteht sich daher als gründerfreundliche Hochschule. Dieser Aspekt ist auch in der Zielvereinbarung der Hochschule Mittweida verankert. Die Förderung von Gründungen erfolgt durch eine Vielzahl engagierter und gründungsaffiner Lehrender sowie seit 2002 durch die Integration von Leistungen des Gründernetzwerks SAXEED. An der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen existiert ein Existenzgründerteam welches pro Jahr mehr als 100 Kontakte pflegt.

Die Patentierung von Erfindungen ist ein Merkmal von hoher FuE-Kompetenz und fördert die Reputation von Hochschule und Wissenschaftlern zugleich. Die Hochschule Mittweida hat seit dem Jahr 2007 mehr als 50 Erfindungen zum Patent oder zum Gebrauchsmuster angemeldet. In Forschungskooperationen mit Unternehmen wird die Anmeldung von Schutzrechten von Anfang an in alle Phasen der Projektbearbeitung integriert. Die Hochschule finanziert aussichtsreiche Patentanmeldungen - vorwiegend über Projekte – und hält diese maximal 5 Jahre. Nach 5 Jahren Haltedauer erfolgt mit Ausnahme von Basispatenten jährlich die Prüfung auf positive Verwertungsaussicht. Als gründerfreundliche Hochschule wird die Verwendung von Patenten als Basis für Ausgründungen ermöglicht.

4. Transfer über Kommunikation

Die Förderung des wissenschaftlichen Lebens umfasst Maßnahmen, die auch den Wissens- und Technologietransfer über den Transferkanal Kommunikation befördern und die Weitergabe von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Forschungskommunikation ermöglichen. An der Hochschule Mittweida erfolgt dies insbesondere durch:

  • Wissenschaftliche Konferenzen, Tagungen und Workshops
  • Wirtschaftsorientierte Veranstaltungen wie z.B. Workshops, Dialoge, Foren
  • Forschungsmessen
  • Vergabe von Forschungspreisen
  • die Gremienarbeit der Senatskommission Forschung
  • Aktivitäten der Wissenschaftler an der Hochschule Mittweida auf Fachtagungen, Mitwirkungen bei Kolloquien, Seminaren und wissenschaftlichen Veranstaltungen
  • Hochschulpublikationen, z.B. Scientific Reports
  • Forschungsberichte
  • Forschungsmarketing, z.B. über Social Media
  • Unser Forschungsinformationssystem